Fernseher an der Wand: Wer hat den besten Sound im Land?

09.01.2017

soundstandard

 

Vier Kanäle – Links, Rechts, Mitte und Hinten – waren Mitte der 70er Jahre eine Revolution für die Ohren. Kinofilme wurden erstmals mit Mehrkanalton vorgeführt und Surround-Pionier ist dabei das US-Unternehmen Dolby, das ursprünglich Verfahren zur Rauschunterdrückung entwickelt hatte. Dolby Stereo hieß nun der Vierkanalton und dank „Krieg der Sterne“ etablierte er sich schnell als weltweiter Kino-Standard dieser Ära.

Anfang der 90er Jahre fand dann die Digitalisierung Einzug in den professionellen Surround- Sound (Decoder AC-3 alias Dolby Digital). Zu dieser Zeit gesellte sich auch der Konkurrent DTS (Digital Theater Systems) dazu und arbeitete eifrig am Mehrkanal-Hörvergnügen. Der erste Kinofilm in DTS war 1993 „Jurassic Park“ mit den berühmten Szenen, in denen das dumpfe Grollen von T-Rex den Zusehern Gänsehaut beschert. Das Match um den ersten Blockbuster in Digital-Sound gewann ein Jahr zuvor allerdings Dolby, mit „Batmans Rückkehr“.

Kopf-an-Kopf-Rennen

Das Rennen um den „besten“ Sound ist aber noch in vollem Gange, denn sowohl DTS als auch Dolby forschen laufend an neuen Surround-Konzepten und entwickeln Innovationen. Für uns Filmliebhaber ist das von Vorteil, denn Konkurrenz belebt bekanntlich den Markt – in diesem Fall unsere Ohren.

Ob nun Dolby oder DTS besser klingt, lässt sich nicht pauschal beantworten. Beide spielen in der Oberliga und liefern ausgereifte Technologien. Größtenteils bleibt es eine Geschmacksfrage.

Ein Blick in die Heimkinos zeigt, was derzeit State-of-the-Art ist. Beginnen wir mit Platzhirsch Dolby:

Ist das Mehrkanal-Tonsystem speziell fürs HD-Fernsehen, Blu-ray und für Streaming-Dienste. Dieser Codec unterstützt bis zu acht (7.1) Kanäle und hat sich als derzeitiger Standard fürs Heimkino herauskristallisiert. Er gilt als Nachfolger von Dolby Digital. Viele gängige Geräte, wie AV-Receiver, Fernseher, SAT-Receiver, Settop-Boxen beherrschen das Format. Ebenso gehört es zum Standard von Streamingplattformen wie Netflix und Amazon Prime.

Findet vorwiegend in Kinos Verwendung, vereinzelt aber auch im Bereich Heimkino. Einige Filme auf Blu-ray werden in diesem Format geliefert. Theoretisch unterstützt Dolby Atmos eine unbegrenzte Anzahl von Tonspuren, in der Praxis bleibt es aber bei maximal 128. Denn jede Tonspur kann einen Lautsprecher ansteuern. In Kinos äußert sich das häufig durch von der Decke abstrahlende Lautsprecher. Noch unterstützten nur wenige und teure AV-Receicer dieses Format (eine Liste der Geräte finden Sie hier). Einzug ins Heimkino findet Dolby Atmos üblicherweise über ein 5.1 oder 7.1 System (Systeme mit bis zu 34 sind technisch möglich). Allerdings benötigt man dafür spezielle Lautsprecher, die an die Decke strahlen und somit eine zusätzliche Klang-Dimension schaffen. Besonders beeindruckend für Sound-Effekte, die von oben kommen, beispielsweise Hubschrauber. Erster in Dolby Atmos produzierter Kinofilm war Merida – Legende der Highlands aus dem Hause Pixar.

Und wie sieht es im benachbarten Rennstall von DTS aus? Ähnlich! Doch haben die Kinder andere Namen und sind in Heimkinos seltener vertreten:

  • DTS-HD ist das Pendant zu Dolby Digital Plus, also ein Standard für Blu-rays und Streaming.
  • DTS-X ist die aktuellste Ausbaustufe und mit Dolby Atmos vergleichbar.

Häufig findet man auf AV-Receiver noch folgende Labels:

  • DTS NEO:6 (vergleichbar mit Dolby Surround. Es errechnet aus aus zwei Kanälen einen Mehrkanalton)
  • DTS-ES Discrete 6.1 (unterstützt ein 6.1-System mit zusätzlichem Kanal hinter dem Zuschauer, auch „Rear Center“ genannt)

Heimkino richtig konfigurieren

Es hilft das beste Surround-Audio-Format nichts, wenn das Heimkino falsch konfiguriert ist. Dazu gehören nicht nur die korrekte Ausrichtung der Lautsprecher, sondern auch ihre Platzierung und die akustische Atmosphäre eines Raumes (Stichwort: Hall und Reflexionen). Lesen Sie dazu mehr im Blogbeitrag über das „Geheimnis hinter Surround-Sound

Egal wie viele Lautsprecher Sie in Ihrem Heimkino haben, folgendes Tool hilft Ihnen bei der Konfiguration und Aufstellung: Dolby Speaker Setup Guides for your Home.

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