Elefantenrunde der Provider: Die ANGA COM in Köln

06.06.2017
ANGA COM 2017

© ANGA COM 2017

Kennst du die ANGA COM? Nein? Kein Problem, denn diese internationale Messe rund um Breitband, Kabel- und Satelliten-Fernsehen ist größtenteils nur Branchenvertretern bekannt. Sie richtet sich ausschließlich an Fachbesucher. Sozusagen die Elefantenrunde der Telekom- und Fernseh-Provider, wo die Trends von morgen präsentiert werden.

Stattgefunden hat die ANGA COM von 30. Mai bis 1. Juni 2017 in Köln, mit 460 Ausstellern aus 37 Ländern auf einer Fläche von etwa 22.000 Quadratmetern. Das Themenspektrum Produkte und Dienstleistungen wie Breitbandkabel, Satellitenempfang, Glasfasernetze, IPTV, Conditional Access-Systeme, Server- und Routertechnologie, Consumer Electronics, Content, Software und IT. Rahmenprogramm waren 28 Kongresspanels zu Breitband und Medien und Online.

Wir haben für dich die wichtigsten Trends herausgefischt und möchten dir einen kurzen Überblick geben, was sich im Bereich Telekom und TV in Zukunft verändern wird.

Virtual Reality per Satellit

Der Zukunft des Fernsehens könnte Virtual Reality (VR) lauten. Nutzer können dabei mittels Fernbedienung wählen, aus welchem Blickwinkel und aus welcher Position sie sich ein Fußballspiel oder ein Rockkonzert ansehen möchten. Nutzer können dabei nach Wunsch herumschwenken, zoomen und den eigenen Standort verändern. Gerade bei Übertragungen von Sportveranstaltungen oder Konzerten ergibt dies ein ganz spezielles Feeling, mittendrin zu sein. Aus technischer Sicht bedeutet das, 360-Grad-Bilder müssen aufgenommen und übertragen werden. Auf der ANGA COM präsentierte der Satellitenbetreiber SES solch ein VR-Erlebnis mit einem Konzert der Berliner Philharmoniker.

Relevanz von Zusatzdiensten steigt

Immer mehr Nutzer  können sich für zusätzliche Streamingdienste à la Netflix und Amazon, oder gar zu kostenlosen Angeboten wie YouTube begeistern. Höher werdende Internet-Bandbreiten sind hierfür der optimale Nährboden.

Auch der so genannte „Second Screen„, also Fernsehen am Handy oder Tablet, wird immer wichtiger. Daher denken auch schon deutsche Netz- und Senderbetreiber bereits laut über weitere ergänzende Internetdienste, nach dem amerikanischen Vorbild „Hulu“, nach.

Dies trifft sich gut, da sich nach der aktuellen österreichischen Bewegtbildstudie, auch in Österreich eine steigende Bedeutung von unterstützenden Diensten wie Video On Demand, Replay und Restart bemerkbar macht.

Gigabit-Internet ohne Stemmeisen

Mit Kupferleitungen verkabelte Hausbesitzer müssen doch nicht zum Stemmeisen greifen, um in den Genuss von Gigabit-Internet zu kommen. Zumindest nicht die Kunden des bayerischen Telekommunikationsanbieters M-net. In den nächsten Jahren will er 35.000 Gebäude und damit eine Viertelmillione Wohnungen in München mit Gigabit-Internet ausstatten. Wie das funktioniert? Mittels der Technologie „G.fast“ (steht für „fast access to subscriber terminals“) können kurze Entfernungen bis zu 100 Metern auch über alte Kupferleitungen zurückgelegt werden. Glasfaserleitungen müssen daher etwa nur bis an die Grundstücksgrenze gelegt werden, die letzten Meter nimmt das Signal über die mit G.fast aufgemotzten Kupferkabel.

Neues Rennpferd Fritz!Box 6591

Der Modem- und Routerhersteller Fritz! präsentierte die Fritz!Box 6591. Über dieses leistungsstarke Kabelmodem können nicht nur alle Computer und mobilen Endgeräten in einem Haushalt surfen, sondern es managet so ganz nebenbei auch die gesamte Home-Automation. So ist es über die Box nichtmöglich, die Waschmaschine anzusteuern, die Heizung zu regulieren, und darüber hinaus auch Datenübertragung zwischen Smartphone, Beamern und Fileservern herzustellen. Der Turbo dieses Geräts sitzt konkret im DOCSIS 3.1-Standard, der bei der Übertragung mehrere Kanäle bündelt und Raten bis zehn Gigabit pro Sekunde ermöglicht (statt bisher 160 Megabit pro Sekunde im DOCSIS 3.0 Standard). Allerdings bedarf es für solch ein Rennpferd eines entsprechend fitten Internetanschlusses. Testgebiet wird Bochum sein, wo bis Ende 2018 die ersten Haushalte Internetanschluss von bis zu einem Gigabit pro Sekunde bekommen sollen.

 

Die nächste ANGA COM in Köln findet von 12. bis 14. Juni 2018 statt. Wir freuen uns, auch nächstes Jahr wieder für dich die Zukunftstrends herauszufiltern.

* Inklusive allen HD Austria -Sendern und mehr als 40 frei empfangbaren HD-Sendern teilweise mit und ohne Signalschutz über Astra 19,2°E. Frei empfangbare Sender sind gratis und unverschlüsselt auf HD Austria-fähigen Empfangsgeräten empfangbar, aber nicht Teil des HD Austria-Pakets. Die mit * gekennzeichneten HD-Sender sind nur mit neuer HD Austria-Hardware bzw. der HD Austria NOW App empfangbar.