Geschichtliche Filmfehler zum Schmunzeln

22.08.2016

Geschichtliche Filmfehler

Vor einiger Zeit haben wir Ihnen Star Wars Filmfehler und Pannen vorgestellt. Diesmal widmen wir uns historischen Filmen, die in Hollywood schon von Beginn an eine unerschöpfliche Quelle für Filmfehler waren. Mitunter führten einige dieser historischen Filmfehler sogar zu einem brisanten politischen Nachspiel.

Vom Winde verweht (1939)

Der Filmklassiker  „Vom Winde verweht“ spielt während des amerikanischen Bürgerkrieges von 1861 bis 1865 statt. Die Schauspielerin Vivian Leigh in der Rolle der 16-jährigen Scarlett O’Hara hält in einer Szene eine Laterne. Das wäre ja noch kein Problem, wenn sich in der Laterne keine Glühbirne befinden würde. Die Glühbirne wurde in dieser Form damals noch nicht hergestellt, das erste Patent auf eine Konstruktion mit einem Kohlefaden wurde erst 1874 angemeldet. Die kleinen und kompakten Modelle der heutigen Zeit waren während des amerikanischen Bürgerkrieges noch Zukunftsvision.

Ben Hur (1959)

Eine wahre Fundgrube für Filmfehler ist das mit 11 Oskars ausgezeichnete Epos „Ben Hur“, das im Rom des 1. Jahrhundert nach Christus spielt. Denkt man nur an das große Wagenrennen, einer der besten Action-Szenen der Filmgeschichte, so hätte das geschichtlich gesehen so gar nicht stattfinden können. Denn den beiden Protagonisten Ben Hur und seinem Gegenspieler Messalla wäre es als Mitgliedern der Oberschicht nicht erlaubt gewesen, an diesen mörderischen Wagenrennen teilzunehmen.  Und was die historisch authentischen Kostüme und Kulissen betrifft, eine kleine Geschichte zum Schmunzeln: Regisseur William Wyler wollte einen möglichst realistischen Film entstehen lassen, der zur Zeit des römischen Reichs spielt. Deshalb lud er nach der Fertigstellung aller Kostüme und Kulissen zur Überprüfung der Authentizität eine Historikerin ein. Wyler wollte von der Dame nach dem Rundgang wissen, was er besser machen kann, damit der Film noch echter wird. Die Antwort der Historikerin war eindeutig: „Man müsste alles verbrennen.“

Die letzte Schlacht (1965)

Der Kriegsfilm „Die letzte Schlacht“, in dem die Ardennen-Offensive dramatisiert wurde, beinhaltet zahreiche kleinere und größere historische Filmfehler – das falsche Wetter, die falsche Landschaft und  falsche Panzer – um nur einige zu nennen. Diese Fehler in der Kinoversion der Niederschlagung der letzten deutschen Großoffensive veranlassten sogar Dwight D. Eisenhower trotz Ruhestand, eine Pressekonferenz einzuberufen, um seinen Unmut über den Film zu äußern. Verständlich, bedenkt man seine Position als Ex-US-Präsident und ehemaliger Oberbefehlshaber der Alliierten.

U-571 (2000)

Diplomatische Auswirkungen hatte ein geschichtlicher Filmfehler im Kriegsfilm „U-571“, der auf das Konto von Drehbuchautor David Ayer ging. Wie es den Tatsachen entspricht ließ er die Alliierten durch das Entern eines deutschen U-Boots an eine der Enigma-Chiffrier-Maschinen inklusive der Codebücher gelangen. Um den Film noch besser auf das amerikanische Publikum zuzuschneiden,  ließ er das Verschlüsselungssystem von amerikanischen Soldaten erbeuten. In Wahrheit wurde die Enigma aber am 9. Mai 1941 von der Besatzung des britischen Zerstörers „HMS Bulldog“ erobert. Das konnten die Briten natürlich nicht ohne weiteres so hinnehmen.

Gladiator (2000)

Der legendäre Historienfilm „Gladiator“ unter der Regie von Ridley Scott hat eine ganze Reihe geschichtlicher Filmfehler zu bieten. Neben zahlreichen Unterschieden zu den historischen Begebenheiten entsprechen die Kostüme und Helme der Legionäre nicht ihren historischen Vorbildern. Auch die von ihnen getragenen Unterarmbänder sind erfunden und keineswegs ein Zeichen für die Antike. Die Überwürfe der Senatoren sind tiefblau – historisch korrekt wären sie rot gewesen. Da werden dann auch noch gedruckte Flugblätter  lange vor der Erfindung der Druckerpresse verteilt und Pferdesättel, Steigbügel und Geschirr sind weit entfernt von der in der Antike üblichen Ausstattung.

Weitere Fehler sind in der Kulisse zu orten. Anstelle eines ausgedehnten Laubwaldes, der den damaligen Verhältnissen entsprechen würde, spielt Gladiator vor der Kulisse eines Fichtenwaldes. Noch dazu lässt der Fichtenwald Spuren einer forstwirtschaftlichen Nutzung erkennen, was zur damaligen Zeit keine gängige Praxis war.

10.000 B.C. (2008)

Roland Emmerich verleitet in seinem Steinzeit-Blockbuster „10.000 B.C.“ schon mehr zu einem breiten Grinsen als zum Schmunzeln, will er doch die Zuschauer Glauben machen, dass die ersten Pyramiden 7000 Jahre vor ihrer tatsächlichen Entstehung mit der Hilfe von Wollhaarmammuts, die als Lastentiere dienten, erbaut wurden.

Zeiten des Aufruhrs (2008)

In „Zeiten des Aufruhrs“ spielen Leonardo DiCaprio und Kate Winslet ein Paar in den 1950er Jahren, deren Traum es ist, nach Paris zu übersiedeln. Als ihre Kinder fragen, wo denn die Stadt liege, verwenden sie einen Globus, um ihnen die genau Lage zu zeigen. Frankreich und auch Europa sind deutlich zu erkennen, wobei Deutschland als eine Einheit dargestellt ist. In den 1950er Jahren gab es allerdings noch kein wiedervereinigtes Deutschland. Zwar wurde die Mauer erst im Jahre 1961 gebaut, eine Aufteilung war jedoch bereits erfolgt.

Indiana Jones und das Königreich der Kristallschädel (2008)

Indiana Jones Filme gehören zu den Klassikern unter den Abenteuerfilmen. Der vierte Teil Indiana Jones und das Königreich der Kristallschädel spielt in den 1950er Jahren. Allerdings ist man hier in technischen Angelegenheiten der Zeit bereits ein wenig voraus. So ist in einer Szene eine LED-Anzeige für einen Countdown zu sehen. LEDs waren damals jedoch noch gar nicht erfunden, erst 1962 kamen die ersten auf den Markt.

 

 

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