Oscars 2017: Enttäuschung für Österreich und peinliche Verwechslung

27.02.2017

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La La Land räumt ab, ein iranischer Preisträger verweigert die Einreise, der jüngste Regisseur der Geschichte wird ausgezeichnet, und am Ende passiert die Riesen-Panne: Das waren die Highlights und Gewinner der Oscars 2017!

Mit einem musikalischen Intro von Justin Timberlake begann die 89. Verleihung der Oscar Awards vielversprechend. Der Comedian Jimmy Kimmel führte durch den Abend und teilte erwartungsgemäß Seitenhiebe gegen Trump aus. Insgesamt verliefen die Anmoderations- und Dankesreden aber großteils unpolitisch – bis auf die Auszeichnung für den besten fremdsprachigen Film.

Sting spielte zwischendurch auf der Gitarre den Song „The Empty Chair“ aus dem Film „Jim: The James Foley Story“, der auch als Bester Filmsong nominiert war. Nachdem im vergangenen Jahr kritisiert wurde, dass afroamerikanische Schauspieler bei den Oscars unterrepräsentiert sind (#OscarsSoWhite), gab es 2017 so viele schwarze Nominierte wie noch nie – und im Gegensatz zum Vorjahr auch einige farbige Preisträger.

Die Gewinner der Oscars 2017

Bester Nebendarsteller

Mahershala Ali für „Moonlight“


Im Coming-Of-Age-Drama über einen jungen schwulen Afroamerikaner in den 80er Jahren mimte der kalifornische Schauspieler einen kubanischen Drogenhändler, der den jungen Außenseiter unter seine Fittiche nimmt. Der 43-Jährige dankte seiner Ehefrau, die erst vor vier Tagen ihr erstes gemeinsames Kind zur Welt gebracht hatte.

Beste Nebendarstellerin

Viola Davis für „Fences“


Im dritten Anlauf konnte Viola Davis endlich den Oscar mit nach Hause nehmen: Sie war als erste schwarze Schauspielerin in der Geschichte der Preisverleihung bereits drei Mal für die Auszeichnung nominiert. Für ihre starke Darstellung im Familiendrama „Fences“ wurde sie nun mit der goldenen Statuette honoriert. Sie dankte in ihrer Rede unter anderem Denzel Washington, der in „Fences“ die Hauptrolle spielte und Regie führte.

Bester fremdsprachiger Film

„The Salesman“


Das iranische Drama erzählt von einem Ehepaar, das nach einem Überfall auf die Frau Selbstjustiz verübt. Es ist bereits der zweite Oscar für den Regisseur Asghar Farhadi: 2012 wurde er für „Nader und Simin – Eine Trennung“ ausgezeichnet. Er kam aus Protest gegen die Einreisepolitik von Trump jedoch nicht nach Hollywood, um seinen Oscar entgegenzunehmen. Das übernahmen die Ex-NASA-Wissenschaftlerin Firouz Naderi und die Astronautin Anousheh Ansari für ihn, die ein politisches Statement des iranischen Regisseurs vorlasen: „Meine Abwesenheit geschieht aus Respekt vor den Einwohnern meines Landes und den sechs anderen Ländern, denen durch den unmenschlichen Einreisestopp in die USA Verachtung entgegengebracht wird.“ „Toni Erdmann“, die deutsch-österreichische Tragikomödie mit Peter Simonischek, ging trotz Favoritenrolle leer aus.

Beste Filmmusik

„La La Land“

Den Academy Award für die beste Filmmusik konnte erwartungsgemäß die nostalgische Romanze im Stil früher Hollywood-Musicals holen. „La La Land“ ist eine Hommage an die Blütezeit der Filmmusicals: Die Schauspielerin Mia und der Pianist Sebastian kämpfen sich gemeinsam durch die raue Casting-Landschaft in Los Angeles. Der Song „City of Stars“ aus dem Film wurde mit dem Award für den Besten Filmsong ausgezeichnet.

Beste Regie

Damien Chazelle für „La La Land“

Damien Chazelle wurde für seinen dritten Spielfilm „La La Land“ mit nur 32 Jahren als bester Regisseur ausgezeichnet – der jüngste in der Geschichte der Oscars. Er bedankte sich vor allem bei seiner Partnerin: „Das ist ein Film über die Liebe“, sagte er, „und ich hatte das Glück, mich zu verlieben, während ich diesen Film gedreht habe.“

Bester Hauptdarsteller

Casey Affleck für „Manchester by the Sea“


Der Bruder von Ben Affleck setzte sich im Kopf-an-Kopf-Rennen gegen Denzel Washington in „Fences“ und auch gegen Ryan Gosling in „La La Land“ durch: Er holte die Auszeichnung als Bester Hauptdarsteller für seine Rolle als traumatisierter, eigenbrötlerischer Hausmeister. Auch er bedankte sich in seiner Rede bei Denzel Washington, da dieser einer der ersten gewesen sei, die ihm das Schauspielern beigebracht haben. Das Familiendrama „Manchester by the Sea“ wurde auch für das beste Originaldrehbuch ausgezeichnet.

Beste Hauptdarstellerin

Emma Stone für „La La Land“


Für ihre Rolle im meistgekrönten Film des Jahres 2017 nahm Emma Stone den Award unter Tränen von Vorjahresgewinner Leonardo DiCaprio entgegen. Die 28-Jährige setzte sich mit ihrer Leistung gegen starke Konkurrentinnen wie Meryl Streep und Natalie Portman durch. Dies ist der erste Oscar für Stone – 2015 war sie bereits als beste Nebendarstellerin in „Birdman“ nominiert.

Bester Film

„Moonlight“, nicht „La La Land“

Während Warren Beatty und Faye Dunaway erst noch „La La Land“ als besten Film verkündeten, und das Team sich schon bedankte, wurde klar: Es gab eine Verwechslung – „Moonlight“ von Autor und Regisseur Barry Jenkins bekommt eigentlich den Oscar als Bester Film des Jahres. Einem der Produzenten von La La Land fiel der Fehler auf, Warren Beatty musste den Zettel mit dem richtigen Preisträger in die Kamera halten. Das Kuvert wurde mit dem von Emma Stone als Beste Hauptdarstellerin verwechselt, weswegen er bei der Verkündung auch so lange gezögert hatte. Hoppla!

 

„Moonlight“ gewann auch noch den Oscar für das Beste adaptierte Drehbuch und war insgesamt 8 Mal für den Preis nominiert. „La La Land“ hievte sich mit 14 Nominierungen an die Spitze der Oscar-Geschichte: Nur „Titanic“ und „All About Eve“ konnten ebenfalls so viele Nominierungen verbuchen. Das Musical wurde insgesamt 6 Mal mit dem Academy Award ausgezeichnet – Beste Kamera, Bestes Szenenbild, Beste Hauptdarstellerin, Beste Regie, Beste Filmmusik und Bester Filmsong.

 

 

 

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