Der Fernseher als modernes Lagerfeuer: So wandeln sich gemeinsame Fernseherlebnisse in Zeiten von Internet & Co

15.09.2014
Der Fernseher als modernes Lagerfeuer: So wandeln sich gemeinsame Fernseherlebnisse in Zeiten von Internet & Co

© iStockphoto LP 92202184 comm

Im Jahre 1960 verfügten lediglich rund 100.000 Haushalte in Österreich über ein eigenes Fernsehgerät. Es war daher normal, Nachbarn und Freunde zum Fernsehabend einzuladen und sich über die Sendungen auszutauschen. Der Fernseher war zu dieser Zeit so etwas wie das soziale Lagerfeuer, um das sich alle versammelten. Wie sieht es aber heute, knapp 55 Jahre später, mit der Bedeutung des Fernsehers als Ort gemeinsamer Fernseherlebnisse aus?

Individualisierung: Ist der Fernseher noch das soziale Lagerfeuer in Familien?

Gemeinsame Familienabende im Wohnzimmer gehören immer mehr der Vergangenheit an. Die meisten Haushalte besitzen mehrere TV-Geräte, zusätzlich gibt es eine unüberschaubare Fülle an Sendern und unterschiedlichen Formaten. Jeder sieht sich an, was er gerne sehen möchte. Folge davon ist, dass Eltern und Kinder häufig getrennt oder alleine vor dem Fernseher sitzen.

Zudem hat Fernsehen auch einen Bedeutungswandel durchlaufen – es ist zu einem Nebenbei-Medium geworden. Gemütliche Familienfernsehabende mit Snacks und Austausch über das Gesehene scheinen eine Ausnahmeerscheinung geworden zu sein. Lediglich Live-Sendungen mit Eventcharakter wie etwa Sportereignisse, Live-Reportagen oder Castingshows bringen das Feuer im Wohnzimmer doch noch hin und wieder zum Brennen.

Placeless-TV: Das Internet verdrängt das Lagerfeuer aus dem heimischen Wohnzimmer

Im Zeitalter von Internet und mobilen Geräten sind wir nicht mehr an einen bestimmten Ort gebunden, um uns eine Fernsehsendung anzusehen. Über Smartphones,  Tablets oder Laptop können wir auch unterwegs fernsehen – in der Straßenbahn, auf der Parkbank oder im Kaffeehaus. Das gemeinsame Fernsehen im heimischen Wohnzimmer wird damit immer mehr verdrängt. Dieser Trend spiegelt sich auch in den Verkaufszahlen der TV-Geräte: 2013 wurden in Österreich rund 15 Prozent weniger TV-Geräte verkauft.

Public Viewing : Das Lagerfeuer verlagert sich an öffentliche Orte

 

Doch auch der mobilste und individuellste Mensch ist und bleibt ein soziales Wesen, das sich austauschen möchte und gemeinsame Erlebnisse sucht. Der Trend zu Public Viewing  ist unübersehbar geworden. Nicht nur bei sportlichen Events wie etwa der Fußball-WM finden Menschen zusammen, um gemeinsam fernzusehen. In Berliner Szene-Lokalen treffen sich junge Leute bereits zum gemeinsamen Tatort-Abend. Auch private Public Viewing Events, beispielsweise im heimischen Garten, finden immer mehr Zuspruch. Menschen brauchen offenbar ein mediales Lagerfeuer, wenn auch nicht mehr nur im heimischen Wohnzimmer. Die soziale Funktion des Fernsehens findet somit auf andere Weise ihren Ausdruck.

Das virtuelle Lagerfeuer: Social-TV schafft digitale Gemeinschaftserlebnisse

Nicht nur die hohe Mobilität, auch die Einbindung sozialer Medien verändert das Fernsehverhalten der Zuschauer. Rocking Recipient nennt Medienforscher Jo Groebel die techniknahen und selektiv sehenden Fernsehzuschauer, die sich während des Fernsehens mit anderen über soziale Medien austauschen und flexibel zwischen TV und Online-Medien wechseln.

Die Funktion des Fernsehens, gemeinsame Lagerfeuer-Erlebnisse mit Familie und Freunden zu kreieren, nimmt damit ab bzw. wird in virtuelle Lagerfeuer transformiert. Vor allem jüngere Zuschauer bis etwa 40 Jahre schätzen die Möglichkeiten des Social-TV.  Einzigartige Events und Shows, die den Zuschauer über soziale Medien in das Geschehen miteinbeziehen, erfreuen sich besonders großer Beliebtheit.

Fazit: Der Mensch ist ein soziales Wesen. Egal wohin die Entwicklung im Fernsehen gehen wird– es werden immer wieder Wege gefunden werden, um der sozialen Komponente in der modernen Fernsehwelt einen Platz zu geben.

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