Diagonale: Das heimische Kino ist zurück!

15.06.2021

Preise für „Hochwald“ und „Aufzeichnungen aus der Unterwelt“: Die Diagonale feierte den österreichischen Film

Es war die Rückkehr des österreichischen Kinos nach fast eineinhalb Jahren Corona-Pause: Die Diagonale, die nun zwischen 8. Und 13. Juni nachgeholt wurde, nachdem man sie im März pandemiebedingt verschieben musste. Mit der Premiere von Arman T. Riahis „Fuchs im Bau“ und der Verleihung des Großen Diagonale Schauspielpreises an Christine Ostermayer wurde die Filmschau in Graz eröffnet, die derzeit niedrigen Infektionszahlen machten es möglich, dass 1.500 Gäste bei der Eröffnung in der Helmut-List-Halle anwesend sein konnten, mit FFP2-Maske und unter Einhaltung der 3G-Regeln. Die sonst übliche Eröffnungsparty musste aber natürlich entfallen.

Höhepunkte im Programm

SARGNAGEL ©Anna Hawliczek Carolina Steinbrecher
SARGNAGEL ©Anna Hawliczek Carolina Steinbrecher

Sebastian Höglinger und Peter Schernhofer, die beiden Intendanten der Filmschau, zeigten sich dennoch froh, die Diagonale nun doch noch nachzureichen, und das mit einem sehr ambitionierten Programm. „Die heurige Diagonale fand unter außergewöhnlichen Vorzeichen statt. Zum Glück wieder in jenem Setting, für das die Filme gedreht wurden: im Kino“, so Höglinger und Schernhuber. Zu den Höhepunkten im Programm zählten unter anderem „1 Verabredung im Herbst“ von Sebastian Brauneis, „3:30 PM“ von Ludwig Wüst, „Risiken und Nebenwirkungen“ von Michael Kreihsl oder „Sargnagel“ von Sabine Hiebler und Gerhard Ertl, die allesamt im Spielfilmwettbewerb antraten. Bei den Dokus finden sich neben den aktuellen Werken von Hubert Sauper oder Daniel Hoesl auch Premieren wie „Highfalutin“ von Hans Broich, „Eva-Maria“ von Lukas Ladner oder „Endlich Unendlich“ von Stephan Bergmann. Der Wiener Regisseurin Jessica Hausner war eine umfassende Werkschau gewidmet.

Auszeichnungen abgeräumt

Tizza Covi und Rainer Frimmel - ©Diagonale Sebastian Reiser
Tizza Covi und Rainer Frimmel – ©Diagonale Sebastian Reiser

Spannend wurde es dann bei der Preisverleihung am 13. Juni. Diese wurde erstmals nicht live an einem Ort, sondern dezentral an mehreren Orten abgehalten. Als bester Spielfilm wurde Evi Romens „Hochwald“ ausgezeichnet, den Preis für den besten Dokumentarfilm erhielt „Aufzeichnungen aus der Unterwelt“ von Tizza Covi und Rainer Frimmel. Den Schauspielpreis für den besten Auftritt einer österreichischen Schauspielerin und eines Schauspielers in einem Wettbewerbsfilm bekamen Hilde Dalik für „Sargnagel“ und Lukas Miko für „Me, We“.

Ein Träumer in Rom

Hochwald © AMOUR FOU Take Five Flo Rainer
Hochwald © AMOUR FOU Take Five Flo Rainer

„Hochwald“ thematisiert die Suche eines jungen Mannes nach seiner Identität im Umfeld eines Tiroler Heimatfilms. Der Film ist ausgezeichnet besetzt und wirft einen Blick auf einen Außenseiter: Der junge Mario (Thomas Prenn) entflieht seiner Südtiroler Heimatstadt in das pulsierende Rom. Dort wird der orientierungslose Träumer, der gerne Tänzer werden möchte, Zeuge eines Terroranschlags. Zurück in seiner Heimatstadt tritt er einer muslimischen Glaubensgemeinschaft bei, was ihn endgültig zum krassen Außenseiter werden lässt. Ein gefühlvoll und mit genauem Blick umgesetztes Drama, das diesen Preis zurecht verdient hat. 

Zeitreise mit Aschenbecher

Aufzeichnungen aus der Unterwelt © Vento Film
Aufzeichnungen aus der Unterwelt © Vento Film

Tizza Covi und Rainer Frimmel spüren in ihrem preisgekrönten Dokumentarfilm „Aufzeichnungen aus der Unterwelt“ einem Gaunerkönig und einem Wienerlied-Sänger der 60er-Jahre nach. „Ein Film, der Leben erfahrbar macht, die so vielleicht gar nicht stattgefunden haben. Eine Zeitreise in eine Welt, die es angeblich nie gab. Leute, die erzählen, was sie vergessen haben, während die Hand im Aschenbecher den Rest ergänzt. Zuhören dürfen und Nähe spüren. Auf Wienerisch funktioniert Nostalgie ohne Romantik“, so das Urteil der Dokumentarfilm-Jury. Die beiden Hauptpreise sind mit je 19.000 Euro dotiert. „Es ist wunderbar, dass das Kino ein solch starkes Lebenszeichen von sich geben konnte. Wir sind zuversichtlich, dass das Kino wieder voll zurückkommen wird“, so Sebastian Höglinger und Peter Schernhuber.

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