Faszination Olympia: Österreich fiebert mit

23.02.2018

Stand Freitag (23.02.2018, 14 Uhr) hat Österreich bei Olympia 2018 in Pyeongchang in Südkorea 13 Medaillen gesammelt. Soweit die Fakten. Spannender sind freilich die Geschichten, die Olympia schreibt. Geschichten des Triumphs, der Hoffnung, der Enttäuschung, der Überraschung. Sie machen Olympia aus. Sie versetzen mitunter eine ganze Nation ins Olympia-Fieber. Und lassen Menschen mitten in der Nacht vor dem Fernseher verweilen und gebannt auf die hochauflösenden Bilder starren. Sport ist damit immer noch einer der größten Förderer des linearen HD-Fernsehens.

Österreich im nächtlichen Olympia-Fieber

Ja, der Zeitunterschied zu Südkorea ist ein Faktor. Denn für Österreich beginnen die Olympischen Winterspiele 2018 knapp nach Mitternacht und enden am frühen Nachmittag. Vor allem die Alpinen Ski-Bewerbe haben auch Passiv-SportlerInnen alles abverlangt. Wie der Super G der Herren, der Matthias Mayer und ganz Österreich über Nacht Gold bescherte. Da lobt man sich die Rennen, die in zwei Durchgängen entschieden werden. Wie Slalom, Kombination und Riesentorlauf. Sie haben dafür gesorgt, dass uns Marcel Hirschers Gold-Medaillen zum (frühen) Frühstück serviert wurden.

Die meisten Zuschauerinnen und Zuschauer versammelten sich freilich zu einem anderen Anlass vor den TV-Geräten. Und zwar am Samstag, den 17. Februar um 14:05 Uhr. Wer dafür gesorgt hat, dass gefühlt ganz Österreich vom Olympiafieber gepackt wurde? Überraschung! Janine Flock im Skeleton. Leider eine der traurigeren Geschichten, die Olympia 2018 geschrieben hat. Denn im letzten ihrer vier Läufe wurde aus Gold noch Blech.

Blech veranlasst Menschen mitunter ja zu wilden Theorien. So konnte man im derStandard.at-Forum lesen, was für Pech Österreich diesbezüglich hat. Weil so viele 4. Plätze wie wir muss natürlich keine andere Nation verkraften. Fürs Protokoll: Es waren bislang exakt 6. Julian Eberhard im Biathlon-Sprint, die Biathlon-Staffel, Vanessa Herzog im 500 m Eisschnelllauf, Marco Schwarz in der Alpinen Kombination, Thomas Steu & Lorenz Koller im Rodel-Doppelsitzer der Herren und das Herren-Team beim Skispringen. Letzteres hatte allerdings fast 100 Punkte Rückstand und war damit Lichtjahre von einer Medaille entfernt.

Die tragischen und die magischen Geschichten

Tragischer ist da schon die Geschichte von Bernadette Schild, der kleinen Schwester der großen Marlies, die auf dem besten Weg zu Olympia-Gold war, ehe sie die falsche Abzweigung nahm und ein Tor verkehrt anfuhr. Jammerschade. So wie auch der Rückfall von Michael Hayböck auf der Großschanze vom 2. auf den 6. Platz. Oder der Kurzauftritt von Gold-Favorit Marcel Hirscher im Slalom der Herren. Aber gut. Hirscher ist trotzdem Österreichs Superstar bei Olympia 2018 und als Doppel-Olympiasieger voll im grünen Bereich.

Ein weiteres Highlight lieferte Anna Gasser im Big Air. Mit einem Cab Double Cork 1080 sprang die Favoritin und Siegerin der Qualifikation auf Platz 1 und damit zu Gold. Und das nach der Enttäuschung im Slopestyle-Bewerb, wo sie vom Wind verblasen wurde. Ebenfalls top: Matthias Mayer mit seiner zweiten Gold-Medaille im Super G nach dem Abfahrtstriumph in Sotchi 2014. Aber auch Anna Veith, die nach ihren schweren Verletzungsjahren Silber im Super G holte. Die Sensation bei diesem Rennen lieferte freilich die tschechische Snowboard-Weltmeisterin (!) Ester Ledecká, die überraschend auf zwei „Brettln“ gewann. Ob sie auch Snowboard-Gold im Parallel-Riesentorlauf und damit in zwei unterschiedlichen Sportarten holen wird, entscheidet sich am Samstag, den 24. Februar.

Unsere Medaillen-GewinnerInnen

Aber zurück zu Österreich. Die große Frage ist ja, was mehr glänzt. Ein erwartetes oder unverhofftes Edelmetall. Von Marcel Hirscher, der mit Gold in der Kombination und im Riesentorlauf nun alles gewonnen hat, was es im Alpinen Skilauf zu gewinnen gibt, und Anna Gasser, die ebenfalls das letzte fehlende Puzzle-Stück ergänzt hat, hat man ja bereits im Vorfeld Großes erwartet. Aber die Bronze-Medaille von Katharina Gallhuber im Slalom (vor Top-Favoritin Mikaela Shiffrin) ist schon eine ganz andere Geschichte. Oder die Goldene von David Gleirscher im Rodeln.

Letztendlich freut man sich mit allen Sportlerinnen und Sportlern. Und da hat es noch viel Anlass zur Freude gegeben: Silber für Peter Penz & Georg Fischler im Rodel-Doppelsitzer, Bronze für das Rodel-Staffel-Team (mit Madeleine Egle), Bronze für Dominik Landertinger im 20 km Biathlon, Bronze für Lukas Klapfer in der Nordischen Kombination ebenso wie im Team mit Wilhelm Denifl, Bernhard Gruber & Mario Seidl sowie Bronze für Michael Matt im Slalom, dessen Bruder Mario im Slalom von Sotschi 2014 noch Gold gewonnen hatte.

Ist Vorfreude die schönste Freude?

Schon im Vorfeld der Olympischen Spiele in Pyeongchang hat Marketagent.com in einer Umfrage ein Stimmungsbild eingefangen. Demnach freuten sich 14 % sehr auf die Olympischen Winterspiele 2018, 20 % eher, 21,4 % weniger oder überhaupt nicht und 44,6 % weder noch. Naturgemäß war die Vorfreude bei den Männern mit 40,6 % versus 27,5% bei den Frauen größer.

Der Glanz der fünf Ringe ist freilich am Erblassen. 67 % sehen die Olympischen Spiele als wichtigen Wirtschaftsfaktor, für 59 % stehen die Sportler im Mittelpunkt, 47,4 % finden, dass Olympia die Nationen vereint, aber nur 28,6 % erkennen einen Beitrag zur Entspannung der weltpolitischen Lage.

Dass Olympische Winterspiele in Österreich mit 39,7 % versus 11,1 % beliebter sind als Sommerspiele, kommt wenig überraschend. Da reicht ein Blick auf die Medaillenbilanz. In den letzten 20 Jahren waren die Sommerspiele in Athen 2004 mit Abstand die erfolgreichsten: 2x Gold, 4x Silber und 1x Bronze hat es da geregnet. In London 2012 dagegen war nichts zu holen und in Rio de Janeiro 2016 konnten nur Tanja Frank und Thomas Zajac im Segeln Bronze gewinnen. Die gleiche Bilanz – Bronze und sonst nichts – gab es bei den schlechtesten Olympischen Winterspielen 1984 in Sarajevo.

Wie viele Medaillen werden es am Ende?

Die Winterspiele der letzten 20 Jahre waren dagegen durchwegs erfreulich. Zwischen 16 und 23 Medaillen standen da jeweils zu Buche. Heuer droht da noch ein verhältnismäßig schlechtes Abschneiden, auch wenn sich die bislang 13 Medaillen und vor allem die 5 Goldenen durchaus sehen lassen. Viel ist freilich nicht mehr zu erwarten. Aber abwarten, was die Alpinen im Team und die SnowboarderInnen im Parallel-Riesentorlauf am Samstag noch zu Wege bringen.

Die Medaillenbilanz der Olympischen Winterspiele seit 1998

Jahr       Ort                     Gold       Silber    Bronze   gesamt

1998     Nagano                   3               5              9            17

2002     Salt Lake City        3               4            10            17

2006     Turin                        9               7              7            23

2010     Vancouver              4               6              6            16

2014     Sotschi                    4               8              5            17

2018*    Pyeongchang         5               2              6            13

* Stand: Freitag, 23.02.2018, 14 Uhr

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