Feministische Fernsehserien: Was kommt? Was läuft?

16.01.2018
Feministische Fernsehserien Was kommt Was läuft

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Feminismus ist in. Zumindest im Fernsehen. Denn immer mehr TV-Serien stellen Frauenfiguren in den Mittelpunkt. Aber reicht das aus, um als feministische Fernsehserie durchzugehen? Was macht eine feministische TV-Serie aus? Dieser Blog-Beitrag geht diesen Fragen nach und stellt aktuelle Fernsehserien mit starken Frauen vor.

Feministische Fernsehserien bei HD Austria

Während sich Schauspielerinnen in Hollywood vehement für gleiche Bezahlung für Frauen einsetzen und mehr, vor allem aber auch mehr unterschiedliche Frauenrollen in Filmen fordern, scheint man in der Fernsehproduktion bereits einen Schritt weiter zu sein. Denn der Trend zu starken Frauenfiguren in unterschiedlichen Rollen hält nun schon einige Jahre an. Feminismus ist cool. Feminismus ist in. Aber nicht jede TV-Serie für Frauen ist auch automatisch eine feministische Fernsehserie. Siehe „Sex and the City“ mit den doch recht oberflächlichen Hauptdarstellerinnen. Siehe „Desperate Housewives“ mit den teils stereotypen Rollen.

Definiert man Feminismus als „gesellschaftliche Bewegung, die sich für die Rechte der Frauen einsetzt“ (woxikon) oder „die Veränderung der geschlechtsspezifischen Rollen anstrebt mit dem Ziel der Befreiung der Frau von jedweder Diskriminierung“ (Spiegel Wissen), sind als feministisch verkaufte Serien eher ein bescheidener Beitrag. Denn hier reicht es schon, dass Frauen ungewohnte Rollen einnehmen dürfen, dass eine Vielfalt von (nicht klischeehaften, selbstbestimmten) Frauenbildern gezeichnet wird oder dass Frauen ungeschminkt dargestellt werden. Aber wie sagt Doris Priesching auf derStandard.at anlässlich der neuen Amazon-Serie „I Love Dick“ so schön: „Dass Frauen scheitern und dabei sich zum Deppen machen dürfen, ist für mich noch kein Fortschritt für den Feminismus.“

Die Diskussion ist eröffnet. Hier der passende Stoff dazu …

Girls

Die Emmy-gekrönte Comedy-Fernsehserie von Lena Dunham läuft aktuell auf ZDFneo. Erzählt wird die Geschichte einer Mitzwanzigerin, der ihre Eltern die finanzielle Unterstützung entziehen. Sie schlägt sich daraufhin mit Bürojobs durchs Leben, bastelt an ihrer Schriftstellerkarriere und versucht gemeinsam mit ihren engsten Freundinnen, das Leben in Brooklyn zu meistern. Im Mittelpunkt stehen dabei Selbstfindung und Positionierung zu Sexualität und Partnerbeziehungen. Während Doris Priesching an der Grundaussage Gefallen findet, „dass nichts und niemand im Leben perfekt ist, Frauen schon gar nicht, dass Scheitern eine Kunst und ein Recht ist“, kritisiert der Independent, dass die Serie „not diverse, not feminist and not empowering“ ist, also keine unterschiedlichen Rollen zeichnet und weder feministisch ist, noch Frauen stark macht.

 Orange Is the New Black (OITNB)

Weit unterschiedlichere Frauenbilder zeichnet die bekannte Dramedyserie rund um Frauen im Gefängnis, die auf dem Buch von Piper Kerman basiert und derzeit ebenfalls auf ZDFneo läuft. Hauptfigur von „Orange Is the New Black“ ist eine bisexuelle Frau, die beruflich erfolgreich und glücklich verheiratet ist, ehe sie von ihrer Vergangenheit eingeholt wird und wegen eines Drogendelikts ins Gefängnis wandert, wo sie Frauen aus allen sozialen Schichten begegnet.

The 100

Auch die Science-Fiction-Serie aus dem Jahr 2013, die aktuell auf Sixx läuft, zeigt sehr unterschiedliche Frauen in unterschiedlichen Positionen, darunter auch Machtpositionen. „The 100“ handelt von einer Gruppe jugendlicher StraftäterInnen, die Jahre nach einem Atomkrieg zurück auf die Erde geschickt werden, um zu prüfen, ob der Planet wieder bewohnbar ist.

iZombie

Ebenfalls auf Sixx zu sehen, wartet „iZombie“ mit einer durchaus speziellen Rolle auf. Die junge Ärztin Liv muss sich als Zombie von menschlichen Gehirnen ernähren, um ihre Menschlichkeit zu bewahren, und nimmt deshalb einen Job in der Gerichtsmedizin an. Dummerweise nimmt sie mit den Gehirnen auch die Erinnerungen der Verstorbenen (und Mordopfer) zu sich. Also macht sie sich daran, die Verbrechen aufzuklären.

Supergirl

Voraussichtlich im März 2018 zeigt ProSieben die dritte Staffel der Superheldinnen-Saga, die auf eine Figur von DC Comics zurückgeht und im selben Multiversum wie „Arrow“ und „The Flash“ angesiedelt ist. Die Hauptfigur Kara Zor-El versucht, ein „normales“ Leben zu führen, ehe sie der Öffentlichkeit unfreiwillig ihre Superkräfte offenbart. Fortan beschützt sie National City vor außerirdischen und menschlichen Bösewichten. Daneben arbeitet sie als persönliche Assistentin der feministischen Chefin eines Medienunternehmens. Frauenpower durch und durch also. Einziger Schönheitsfehler: Supergirl, die ursprünglich vom Planeten Krypton auf die Erde geschickt wurde, um ihren Cousin Superman zu beschützen, muss manchmal von diesem gerettet werden, während das umgekehrt nie passiert …

Supergirl ist natürlich nicht die einzige Superheldin im TV-Serien-Universum. Auch die durchaus vielschichtig gezeichnete „Jessica Jones“ oder „Marvel’s Agent Carter“ kultivieren den weiblichen Kampf gegen das Böse.

Queen of the South

Was Frauen in Machtpositionen betrifft, ist auch diese auf DMAX zu sehende Fernsehserie vorne dabei. Sie basiert auf dem Roman „La reina del sur“ von Artur Pérez Reverte. Im Mittelpunkt von „Queen of the South“ steht Teresa Mendoza, die in die USA fliehen muss, nachdem ihr Freund, ein Drogenkurier, von mexikanischen Drogenbossen umgebracht wird. Dort kommt sie schließlich zur Erkenntnis, dass sie in der Hierarchie weit nach oben kommen muss, um einerseits zu überleben und andererseits den Tod ihres Freundes rächen zu können.

The X-Files

Die Fernsehserie, die von 1993 bis 2002 produziert und unter dem Titel „Akte X – die unheimlichen Fälle des FBI“ ausgestrahlt wurde (Staffel 8 derzeit auf ProSieben MAXX), leistete Pionierarbeit im Bereich der Mystery-Serien leistete. 2016 wurde „The X-Files“ schließlich erfolgreich wiederbelebt. Ab 2018 läuft nun Staffel 11 im US-Fernsehen. Tatsächlich war Scully für die frühen 90er etwas nicht Alltägliches – sie ist nicht nur Mit-Hauptdarstellerin, sondern gibt als bestens qualifizierte Medizinerin im Vergleich zu ihrem eher „esoterisch“ angehauchten Kollegen Mulder auch noch den rationalen Partner. Klassischer Rollenwechsel, der nur durch eine Anekdote gestört wird: So wollte der Regisseur angeblich, dass sich Gillian Anderson beim Gehen immer leicht hinter Co-Star David Duchovny bewegte. Im wahrsten Sinn des Wortes ein No-Go.

Golden Girls

Ein Vorreiter punkto Selbstbestimmung der Frau. Denn die Mitte der 80er entwickelte und in Österreich Anfang der 90er ausgestrahlte Sitcom dreht sich um vier ältere Frauen, die sich in einer WG in Miami zusammenfinden. Mit viel Witz werden in „Golden Girls“ allerlei Themen behandelt, darunter Frauen-, Alters-, aber auch ernste, gesellschaftskritische Themen wie Alzheimer, Homosexualität, Diskriminierung, Altersarmut, soziale Isolation, Sterbehilfe oder Aids. Auch heute noch sehenswert, aktuell im Disney Channel.

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