Filmdatenbanken: Kritiken, Communities und Filmtipps nach Maß

23.01.2018
Filmdatenbanken Kritiken, Communities und Filmtipps nach Maß

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Früher waren Filmdatenbanken eine Art Lexikon: Man hat Kritiken gelesen oder den Namen von Regisseuren, Schauspielern, Kameraleuten etc. nachgeschlagen. Heute bieten die Seiten viel mehr: Von ausgeklügelten Algorithmen, die aus der Flut professioneller Kritiken ein solides Urteil herausfiltern, über persönlich zugeschnittene Filmempfehlungen bis hin zu privaten Filmtagebüchern, in denen Fans ihre cineastischen Albträume aufzeichnen. Dabei unterscheiden sich die einzelnen Seiten stark in Angebot und Qualität. Wir stellen euch die wichtigsten Movie-Datenbanken vor und klopfen ihr Angebot ab. Außerdem zeigen wir euch, wie die beiden Filmrating-Modelle Metascore und Tomatometer funktionieren, die heute über den Kassenerfolg einer Produktion entscheiden wie einst Cäsars Daumen über das Schicksal der Gladiatoren.

IMDb: Alle Fakten zum Film

Die Internet Movie Database ist die Mutter aller Filmdatenbanken. Hier kann man Filme von eins bis zehn bewerten, selber Kritiken schreiben, Watchlists erstellen u.v.m. Und genau darin liegt auch das Problem der IMDb. Weil hier auch Hinz und Kunz Kritiken schreiben, stellt sich die Frage nach der Aussagekraft der Bewertungen. Zwar kann man auch Rezensionen einzelner Kritiker lesen, die Gesamtnote des Films spiegelt allerdings die Meinung aller IMDb User wider. Genau daran entzündet sich immer wieder Kritik. Denn ausländische Filme oder Produktionen weniger bekannter Regisseure haben es dadurch auf IMDb deutlich schwerer als Streifen mit Star-Aufgebot. Für stichhaltige Filmkritiken geht ihr also besser auf andere Seiten. Sucht ihr dagegen Material zu Filmen beziehungsweise Hintergrundinfos, seid ihr hier goldrichtig. Die Filmdatenbank bietet dafür nahezu alles: Bildmaterial, Infos zu Schauspielern, Making-Of, Film-Zitate, ja sogar die Namen von Statisten. Mit rund 250 Millionen monatlichen Aufrufen ist die Seite der Platzhirsch unter den  Filmdatenbanken. Kurioses am Rande: Im Windschatten der IMDb wurde 2004 das Projekt IMCDb gestartet, eine Website, die Daten aller jemals in Filmen verwendeten Autos sammelt.

Fazit: IMDb ist toll, wenn ihr Movie-Listen oder Infos zu Filmen sucht. Dafür solltet ihr euch für vertrauenswürdige Kritiken lieber anderswo umsehen. Zum Beispiel auf Metacritic.

Metacritic: Das Mekka der Filmkritik

Im Gegensatz zu IMDb trennt die Seite streng zwischen der Meinung professioneller Kritiker und dem Bauchgefühl von Hobby-Filmfreunden. Wie weit diese auseinandergehen, zeigt das Beispiel von Star Wars Episode VIII: Der letzte Jedi. Während Kritiker den Film als Geniestreich feiern, sind die Fans größtenteils enttäuscht (4,6 Punkte von 10). Höchste Anerkennung in Filmkreisen weltweit genießt der sogenannte Metascore – eine eigene Bewertungsskala für die Qualität eines Films. Und dafür hat sich Metacritic ein ausgeklügeltes System einfallen lassen. Die Redaktion ordnet dabei den Rezensionen der angesehensten Kritiker eine Zahl zwischen 0 und 100 zu. Deren Durchschnitt bildet dann den Metascore. Dabei gilt: Umso renommierter ein Kritiker, desto schwerer wiegt der Score seiner Kritik im Gesamt-Schnitt.

Neben Spielfilmen werden auf Metacritic auch Computerspiele und TV-Serien bewertet. In der Games-Branche ist der Metascore mittlerweile so einflussreich, dass er die Bezahlung der Entwickler beeinflusst! Einzige Schwäche der Seite: Jüngere nicht-englischsprachige Produktionen werden so gut wie nicht auf Metacritic gelistet, auch weniger bekannte Filme vor 1999 (Gründung der Filmdatenbank) sucht man hier vergeblich.

Fazit: Die Seite gibt einen guten Überblick über alle Filmkritiken und hat mit dem Metascore eine vertrauenswürdige Bewertungszahl. Von einer Vollständigkeit als Datenbank ist die Website jedoch weit entfernt.

Letterboxd: Filmdatenbank mit persönlichem Touch

Einen ganz anderen Weg beschreitet die Social Media Plattform Letterboxd. Auf der Seite geht es nicht primär um professionelle Kritiken, sondern um den sozialen Austausch zu Filmen. Hier kann ich mein eigenes Film-Tagebuch anlegen, mich von der „Watched“-List meiner Freunde inspirieren lassen und Listen anlegen wie „Mein erster Film-Albtraum“. Wie auf Twitter oder Instagram folgt man Freunden, Bekannten oder Profis, entwickelt seinen eigenen Stil und sammelt so Follower. Die Stärken der Seite liegen dabei nicht nur auf den Features, sondern auch im ausgesprochen schönen Design. Dieser Mix zieht eine sympathische Community an, in der sich Filmliebhaber und Cracks, Laien und Profis begegnen. Und zwar freundlich, witzig, geistreich und entspannt. Schade nur, dass es kein Diskussionsforum gibt. Übrigens: Für alle, die von IMDb umsteigen wollen, bietet Letterboxd eine Import-Funktion. Watchlists, Ratings usw. kann man so einfach mitnehmen.

Fazit: Filmkenner und -liebhaber finden hier eine große Auswahl an Filmen und eine sympathische Community. Wer jedoch keine Lust hat, Letterboxd als soziales Netzwerk zu verwenden und sich einen Account anzulegen, sollte weiterschauen.

Rotten Tomatoes: Der Hollywood-Schreck

Ob ein Film wirklich faul ist, erfahrt ihr auf Rotten Tomatoes. Der Name spielt auf Zeiten an, in denen schlechtes Theater noch mit fliegendem Schimmel-Gemüse abgestraft wurde. Der amerikanischen Filmindustrie ist Rotten Tomatoes immer wieder ein Dorn im Auge. Ratings auf der Website sind so mächtig, dass sie das Kaufverhalten von Kinogehern massiv beeinflussen.

Wieso sollte man sich auch einen Film anschauen, von dem der Tamatometer abrät?

Der ist nämlich einer der meistgeschätzten Film-Qualitäts-Indikatoren überhaupt und gibt den Prozentsatz positiver Rezensionen an. Der Einfachheit halber in nur drei Kategorien: Certified Fresh, Fresh und Rotten. Ab 75 Prozent an positiven Bewertungen ist der Film Certified Fresh, unter 60 Prozent ist er Rotten.

Ähnlich wie beim Metascore werden hier die Kritiken der „TopCritics“ höher gewichtet als die der „Critics“ und getrennt gelistet. Den Titel eines „Critic“ können sich aber auch ganz normale Nutzer erarbeiten. Dafür müssen ihre Kritiken eine gewisse Menge an Likes sammeln. Um „TopCritic“ zu werden, muss man wiederum für eine der wirklich großen Zeitungen schreiben.

Mit einem Zugriff von monatlich 26 Millionen Nutzern gehört das Portal zu den Top 400 meistbesuchten Websites weltweit.

Fazit: Unbestechliche Kritik dank Tomatometer, der schon so mancher Hollywood-Produktion das Fürchten gelehrt hat. Im Gegensatz zu Metacritic können sich hier auch User eine Reputation als Kritiker erwerben, die nicht beruflich schreiben.

Moviepilot: Per Algorithmus zum richtigen Film

Die deutsche Seite bietet allerhand von dem, womit die großen amerikanischen Filmdatenbanken auch aufwarten: Filmkritiken, Rankings, News etc. Solide gemacht und mit einer deutlich größeren Auswahl an europäischen Filmen (z.B. allein 1852 österreichische Produktionen). Wie Rotten Tomatoes und Metacritic trennt die Seite Bewertungen von offiziellen Kritikern und Nutzern. Wirklich spannend an Moviepilot sind aber die Filmempfehlungen. Da haben die Macher der Seite nämlich richtig Hirnschmalz investiert. Anhand der Filmbewertungen eines Nutzers bestimmt Moviepilot dessen Präferenzen, vergleicht diese mit anderen Nutzern und entwickelt daraus Empfehlungen – und das erstaunlich treffsicher. Der dahinterstehende Algorithmus heißt übrigens Zoltar und ist nach dem Wahrsageautomat aus Big mit Tom Hanks benannt. Entwickelt wurde das sogenannte „kollaborative Filtern“ mit Wissenschaftlern der Humboldt Universität Berlin.

Mit zehn Millionen Aufrufen pro Monat ist Moviepilot die größte deutsche Filmdatenbank. Seit 2012 gibt es auch den englischen Kanal, seither erfreut sich das Portal auch international wachsender Beliebtheit.

Fazit: Die Seite wartet mit soliden Artikeln und professionellen Bewertungen auf, der Hammer sind aber die Empfehlungen auf Basis des „kollaborativen“ Algorithmus Zoltar. Dafür müsst ihr allerdings schon ein bisschen Zeit investieren, ein Profil mit Lieblingsfilmen anlegen etc.

Wer bei Filmkritiken nicht unbedingt in die Tiefe gehen will, kann natürlich auch auf kommerziellere Websites zurückgreifen (in Österreich z.B.: tvmedia.at). Die Kompromisskritiken bemühen sich dort, den Markt nicht zu verärgern und bleiben bei meist recht oberflächlichen Bewertungen. Wenn ihr euch weiter für österreichische Seiten interessiert, schaut mal auf film.at. Die Redaktion publiziert gut recherchierte und spannend geschriebene Artikel.

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