Fußball schreibt TV-Geschichte

23.05.2018
Fußball schreibt TV-Geschichte

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Bald bricht es wieder aus: Das Fußballfieber. Die Weltmeisterschaft steht vor der Tür. Anpfiff zum größten Sportereignis des Jahres ist am 14. Juni. Zu seiner heutigen Beliebtheit hat dem Fußball besonders ein Faktor verholfen: das Fernsehen. Erst die Übertragung der Spiele hat den Sport so populär gemacht, wie er heute ist. Umgekehrt sind einige Meilensteine der Fernsehgeschichte nicht ohne den beliebtesten Ballsport der Welt zu denken. Von der historischen ersten Schwarz-Weiß-Übertragung 1952 bis zur diesjährigen WM in messerscharfer UHD-Qualität beflügelten sich Fußball und Fernsehen gegenseitig. Ein Blick auf die Höhepunkte.

Das erste Mal LIVE!

Deutschland hielt den Atem an, deutsche Fußball-Fans im Besonderen. Es war ein Weihnachtsgeschenk der besonderen Art: Zum Heiligen Abend 1952 ging das deutsche Fernsehen auf Sendung – und zwar gleich mit dem ersten deutschen Live-Fußballspiel der Geschichte. Es spielte der FC Sankt Pauli gegen den Duisburger Stadtteilklub SV Hamborn 07. Damals waren erst rund 4.500 Fernsehgeräte registriert. Die Zuschauermenge war begrenzt, aber begeistert.

Nur für einen sollte die erste Übertragung nicht so rosig ausgehen: Den Tormann Harry Wunstorf. Der verpasste nämlich die Chance seines Lebens. Eigentlich war er nämlich schon für den Kader der deutschen Nationalmannschaft nominiert. Doch dann entschied man sich um: Anstatt ihn zur WM zu schicken, sollte er bei der ersten Live-Übertragung zu sehen sein.

Die Chance, für die Nationalmannschaft zu spielen, bekam stattdessen ein anderer: Toni Turek. Zwei Jahre später sollte der Tormann zum deutschen WM-Helden geadelt werden. Damals gewann der Underdog Deutschland gegen Ungarn 3:2. Das „Wunder von Bern“ 1954 ging in die Fußballgeschichte ein. Das finale Tor des Siegers Deutschland und die Begeisterung des Moderators ist im Video unten zu sehen:

Pechvogel Harry Wunstorf dagegen bekam nie wieder die Chance, für die Nationalmannschaft anzutreten. Zu allem Unglück verlor Sankt Pauli dann auch noch das erste Live-Spiel der deutschen Fernseh-Geschichte. Die Mannschaft sei „nur noch ein Schatten“, schrieb das Hamburger Abendblatt damals bitter.

Bunte Trikots: Der Farb-Fußball

Per Knopfdruck ging es los: Der deutsche Vizekanzler Willy Brandt drückte am 25. August 1967 auf einen großen roten Schalter und die Ära des Farbfernsehens war eingeläutet. Den „Startschuss zum deutschen Farbfernsehen“ ist im Video unten zu sehen. Ein historischer Moment.

In Österreich sollte es etwas länger dauern: Zum Neujahrstag 1969 ging es bei uns los. Damals mit einer Übertragung des Neujahrskonzerts der Wiener Philharmoniker – erstmals in Farbe. Aber auch hierzulande spielte der Fußball rasch die erste Geige im Fernsehen. Waren zur Schwarz-Weiß-WM 1970 rund 2600 Journalisten vor Ort, sammelten sich vier Jahre später bereits ca. 4600 rasende Reporter. Die Zahl hatte sich nahezu verdoppelt – genauso wie das Interesse am Fußballsport. Auch den legendären Sieg gegen Deutschland 1978 in Cordoba haben die Österreicher in Farbe gefeiert. Im Video unten ist ein Ausschnitt der Höhepunkte des Matches, samt „I werd‘ narrisch!“-Schrei des Kommentators Edi Finger und einleitenden Worten von „Goleador“ Hans Krankl zu sehen.

Neue Breite, neue Schärfe: HDTV

Nach der Farbe kam die Qualität. Ab 1990 gab es Breitbild als neuen Standard. Das alte Bildverhältnis von 4:3 wurde durch 16:9 ersetzt. Gerade für den „Breitensport“ Fußball ein wichtiger Schritt – das Stadion konnte nun von links nach rechts überblickt werden. Fehlte nur noch eines: Bessere Auflösung. Der Weg für HD-Fernsehen (HDTV) war geebnet, die HD-Übertragung im deutschen Raum für 2005 angesetzt. Sie fand aber eigentlich erst 2006 statt.

„Schuld“ war wiederum König Fußball, genauer gesagt die Fußball WM 2006 in Deutschland. Diese versprach hohe Einschaltquoten und damit eine massenhafte Anwendung der Technologie. So wurden 2006 erstmals alle 64 WM-Spiele in HD übertragen. Eines der Spiele blieb besonders in Erinnerung. Das Match zwischen Portugal und den Niederlanden endete mit 16 gelben Karten und 4 roten. Hier unten seht ihr ein Video aller Strafkarten im Schnelldurchlauf – schaut euch den Rekordmoment nochmal an. Auch in Österreich gab der Fußball den HD-Startschuss – bei der EM 2008 übertrug der ORF erstmals alle Spiele in HD.

Next Level: UHD und HDR

Seither hat sich die Technik rasant weiterentwickelt. Vor allem durch UHD. Ultra-High-Definition bedeutet eine viermal so gute Auflösung im Vergleich zu Full HD. Konnte man 2006 die Schweißperlen der Stars beim Elfmeter zählen, kann man heutzutage die Schweißperlen der Fans dahinter sehen – zumindest in der Theorie. Denn in der Praxis wird es wohl noch etwas dauern, bis alle Sender in UHD ausstrahlen. Ein erster Schritt ist schon gemacht, denn diese WM wird bereits im neuen Format aufgenommen. Und das betrifft nicht nur UHD, sondern auch den nächsten Quantensprung in Sachen Fernseherlebnis: HDR (High Dynamic Range) ist eine Technologie, die die Bildkontraste enorm verbessert, indem es die Informationen dreier Bilder intergiert. Wie das funktioniert, könnt ihr hier nachlesen.

Wir können gespannt sein, wie weit sich UHD und HDR bis zur WM 2022 in Katar durchgesetzt haben. Der kleine Rückblick in die Fernseh- und Fußballgeschichte stimmt uns dabei optimistisch. In diesem Sinne: Wir wünschen euch einen spannungsgeladenen WM-Sommer in HD!

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