HDR: Die visuelle Revolution im TV

23.04.2018
HDR Die visuelle Revolution im TV

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HDR ist angesagt. Nicht nur Gamer und Fernsehfans reißen sich darum, HDR kommt auch in der Medizin und in VR-Programme zum Einsatz. Warum? Die neue Bildtechnologie bringt einen höheren Kontrastumfang, dunkleres Schwarz, helleres Leuchten – kurz: ein realistisches Bild, wie wir es bisher nicht gekannt haben. Auf einmal fühlt man sich, als würde man durch ein Fenster in die weiten Welten seiner Lieblingssendung schauen. Hier erfahrt ihr, was das Besondere an HDR ist, wie die Technologie funktioniert – und warum sie tatsächlich eine kleine visuelle Revolution ist.

Gleich vorweg: HDR hat nichts mit der Auflösung zu tun. Wer sich also einen neuen Fernseher kaufen will, sollte unbedingt zu Full HD, UHD oder 4K greifen. Die bringen nämlich einen massiven Unterschied in der Auflösung eines Fernsehers gegenüber Nicht-HD-Geräten. Wer zusätzlich auf HDR10 oder Dolby-Vision achtet (das sind die beiden HDR-Technologien), ist technologisch einen großen Schritt weiter. Wenn man einmal das gesättigte Bild eines HDR-Fernsehers gesehen hat, will man es nicht mehr missen. Ein weiteres wichtiges Kriterium in Punkto Bildschirmtechnologie ist die  OLED- beziehungsweise QLED-Technologie bei Fernsehern. In diesen beiden Artikeln werden die Unterschiede zwischen OLED und QLED erklärt.

Was macht HDR?

HDR bedeutet „High Dynamic Range“ und ist eine Technologie um die Dynamik eines Bildes zu steigern. Stellt euch vor, über einem See liegt eine Gewitterwolke. Plötzlich bricht ein Blitz aus der Wolke heraus. Auf einem HDR-Bild ist es möglich, sowohl den gleißenden Blitz als hell, als auch die Wolken als düster abzubilden. Es entsteht ein Hochkontrastbild. Auf einmal kann man Details genauer erkennen, obwohl sie in tiefer Dunkelheit liegen – so wie das menschliche Auge, wenn es sich an Lichtveränderungen anpasst. Außerdem sind über 60 Mal mehr Farben in HDR verfügbar als bei herkömmlichen TV-Geräten. Dieses Beispiel einer künstlerischen Umsetzung von HDR zeigt, was möglich ist:

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In diesem Video seht ihr den optischen Unterschied am Beispiel eines Sony-Fernsehers:

Wie funktioniert HDR?

Alle guten Dinge sind drei. Bei HDR sehen wir in echt nicht nur ein einziges Bild, sondern mehrere die ineinander „verschmolzen“ sind. Oftmals besteht das Bild also aus drei (oder sogar noch mehr) Aufnahmen. Jetzt wird es etwas technisch: Bei einem Fernseher werden Farben durch das Addieren von Farbpixeln geschaffen. Also durch das Mischen von Rot, Grün und Blau. Das heißt dann additive Farbmischung. Bisher war die Helligkeit bei Fernsehern jedoch stark begrenzt und reichte nur ansatzweise an eine wirklich realistische Farbwiedergabe heran. Dass HDR nun mindestens 10 Mal so viele nits (Lichtstärke pro Quadratmeter) unterstützt, hat also schlichtweg das Fernseherlebnis revolutioniert. Statt 16 Millionen Farben, die ein normaler Fernseher wiedergibt, zeigt ein HDR10-Gerät eine Milliarde Farben!

In diesem Video vergleicht der Filmemacher und Kameramann Vanja Černjul die Möglichkeit von HDR für Filmemacher mit einem Musiker, der plötzlich auf mehr Töne zugreifen kann. Schaut mal rein:

4K, HDR, UHD – einfach erklärt

Die Begriffe für die Leistungskraft von Fernsehern können verwirrend sein. Im Volksmund und selbst in Fachartikeln versteht man unter den Begriffen Ultra HD, UHD und 4k oft dasselbe. Dennoch gibt es eine einfache und klare Unterscheidung: unter 4K versteht man eine Auflösung von 4096 × 2160 Pixeln und unter UHD bzw. Ultra HD eine Auflösung von 3840 × 2160 Pixeln. Ob man aber nun Ultra HD bzw. UHD oder 4K hat, macht keinen allzu großen Unterschied in puncto Bildqualität. Allerdings bieten die Ultra HD-/UHD- und 4K-Geräte die besten Voraussetzungen für HDR.

Die Begriffe Ultra HD, UHD, 4k und Full HD beschreiben also immer die Auflösung eines Fernsehers, während bei HDR, HDR10 und Dolby-Vision immer die erweiterte Farbenpalette gemeint ist. Auf der einen Seite stehen die Pixel und auf der anderen das Licht. Ein ausgewogenes Zusammenspiel ist das A und O.

 

HDR10 oder Dolby-Vision?

Derzeit sind zwei Versionen der HDR-Technologie auf dem Markt. Auf der einen Seite HDR10, das unlizenziert ist und damit frei für jeden Produzenten zugängig. Auf der anderen Seite steht Dolby-Vision, welches, Nomen est Omen, Dolby gehört und für Produzenten nur unter Gebühr verfügbar ist. Worin liegt der Unterschied?

HDR10 kann rund 1 Milliarde Farben darstellen – was eine enorme Menge ist. Trotzdem schafft es Dolby-Vision, das noch zu toppen und stellt rund 69 Milliarden Farben dar. Dass das um Längen mehr sind, als in jedem Malkasten stecken, versteht sich von selbst. Aber auch HDR 10 ist mit einer Milliarde Farben bereits atemraubend – und reicht absolut für die nächsten Jahre. So schön die unglaubliche Menge an Farben nämlich ist, die Dolby ermöglicht: Nur die wenigsten Endgeräte können diese wiedergeben. Wer also auf HDR10 zurückgreift, kommt voll auf seine Kosten. Dolby-Vision gehört dafür wahrscheinlich die Zukunft.

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