Motion Capture: Wie der Mensch zum Alien wird

12.06.2017

Wie produziert man den perfekten Außerirdischen? Diese Frage stellt sich schon viele Regisseure – teils mit wenig erfolgreichen Antworten. Einer jedoch tüftelte daran besonders intensiv und schrieb damit ein Stück Filmgeschichte. Die Rede ist von James Cameron mit seinem Blockbuster Avatar (übrigens stammt auch Titanic von ihm). Der leidenschaftliche Hobby-Tiefseetaucher setzte „Motion Capture“ die Krone auf.

Doch sehen wir uns zunächst an, was Motion Capture eigentlich ist. Bei dieser Technologie geht es darum, menschliche Bewegungen zu einem digitalen 3D-Modell in den Computer zu transferieren, um sie dort zu Fabelwesen, Monstern und eben Außerirdischen zu verwandeln. In der Praxis sieht das so aus: Der Schauspieler trägt am Körper zahlreiche kleine Reflektoren, üblicherweise auf einem Anzug aufgetragen. Anhand dieser Punkte erkennen spezielle Kameras die Bewegungsabläufe. Je mehr Reflektoren, desto präziser und feingliedriger die Aufzeichnung von Bewegungen. Alles Weitere passiert dann am Computer, denn über diese Bewegungsdaten lassen sich verschiedene „Kostüme“ und die Charaktere ziehen.

Uraltes Prinzip

Das Prinzip dahinter ist schon alt. Grundstein dafür legte die Erfindung der Rotoskopie im Jahr 1914 durch US-Cartoonzeichner Max Fleischer. Er projizierte Bilder aus Filmen mit menschlichen Schauspielern auf einen Zeichentisch, um ihre Bewegungen dort Bild für Bild nachzuzeichnen. Das Ergebnis sind präzise und realistisch wirkende Bewegungen der Comicfiguren. Später verlagerte sich die Rotoskopie dann automatisiert in den Computer.

Mit steigender Rechenleistung von Computern erfolgte Anfang der 2000er Jahre schließlich der Schritt ins digitale 3D-Modell. Der Einsatz von Motion Capture bedeutet aber nicht zwangsläufig, dass es sich um einen Animationsfilm handeln muss. Ganz im Gegenteil. Von fiktiven Wesen in eine Umgebung mit „echten“ Charakteren, wie zum Beispiel, Star Wars, King Kong, Herr der Ringe („Gollum“) oder Harry Potter. Motion Capture kommt ebenso in der Medizin zum Einsatz, um Bewegungen in ein von Computern lesbares Format zu bringen und sie zu analysieren.

Kamera vor dem Gesicht

Zurück zu Avatar-Regisseur James Cameron. Während beim herkömmlichen Motion Capture ein Verbund aus mehreren Kameras die Schauspieler filmt, setzt Cameron noch einen drauf. Der findige Regisseur platzierte seinen „Na’vis“ eine an der Kopfhaube montierte Kamera in 15 Zentimetern Entfernung direkt vor das Gesicht. Sie nimmt die Mimik des Gesichts besonders detailreich wahr. Hinzu kommt, dass ein Großteil des Films in einem virtuellen Studio gedreht wurde. Durch Augmented Reality sieht der Regisseur die Schauspieler in Echtzeit als virtuelle Charaktere. Requisiten und Kulisse können dadurch auf ein Minimum beschränkt werden. Weiterer Vorteil dieser Technologie: Kamerafahren und -positionen können vor dem tatsächlichen Drehen simuliert werden („virtuelle Kamera“). Die dabei anfallende Datenmenge ist allerdings enorm: Eine Filmminute von Avatar beanspruchte in der Produktion rund 17 Gigabyte. Gut, dass die Produktionsfirma an eine Serverfarm angeschlossen war.

Behind the Scenes

Genug der Theorie. Wir haben für Sie Beispiele herausgesucht, wo Sie beim Filmdreh hinter die Kulissen blicken und Motion Capture in Action sehen

Avatar – Aufbruch nach Pandora

Der Polarexpress

Die Legende von Beowulf

Ted

Hobbit

Planet der Affen

Star Wars

 

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