EM 2016 : ohne Verzögerungen beim Empfang früher jubeln

27.06.2016
Verzögerungen

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Die EM 2016 ist bereits voll im Gange – und so mancher hat sich vielleicht schon gefragt, weshalb die Nachbarn schon jubeln, bevor das Tor auf dem eigenen Bildschirm verfolgt werden kann. Gleich vorweg, am Fernsehsender liegt es nicht, die Verzögerungen der unterschiedlichen TV-Empfangswege sind des Rätsels Lösung.

Satellit hat bei der EM 2016 Erstjubelgarantie

Ganz klar die Nase vorn haben Fußballfans, die ihr Signal über eine eigene Satellitenschüssel empfangen. Denn wer die EM-Spiele über Satellit verfolgt, erhält im Vergleich zu anderen Übertragungswegen als erster das „Live-Bild“. Dicht gefolgt von Nachbarn mit DVB-T Antenne, die ein bis zwei Sekunden später das Tor fallen sehen. Das neue DVB-T2 HD schafft es sogar zeitgleich mit den SAT-Signalen.

Beim Kabelfernsehen müssen sich Zuschauer auf Verzögerungen von 4 bis 8 Sekunden einstellen – je nach Entfernung zum Knotenpunkt, Kabelsender und ob in SD oder HD geschaut wird.

Die modernste Technik zur TV-Übertragung per IPTV ist durch zusätzliche Aufbereitungsschritte bei den Providern noch langsamer. Wer die EM 2016 über Live-Stream verfolgt, muss daher im Vergleich zum Satellitenfernsehen mit etwa 30 Sekunden Zeitverzögerung rechnen. Für das mobile Streamen der EM Spiele sind nach wie vor DVB-T-Sticks bzw. Micro-USB-Empfänger für Smartphone und Tablet zu empfehlen.

Ein amüsantes Video, das unterschiedliche „Live-Übertragungen“ parallel zeigt, finden Sie beim Info-Portal heise.de.

Weshalb sind einige Übertragungswege langsamer als andere?

Die Verzögerungen sind grundsätzlich abhängig von der technischen Verarbeitung der Videodaten, die je nach Empfangsart unterschiedlich aufwendig und somit zeitintensiv ausfällt. Bevor das Bild auf dem eigenen TV-Apparat ankommt, wird es aufgezeichnet, encodiert, übertragen und decodiert:

  • Die Spiele der EM 2016 werden zunächst im Stadion von einer Vielzahl von Kameras aufgezeichnet, die ihre Bilder an den Übertragungswagen senden.
  • Im Übertragungswagen entsteht dann das Übertragungsbild, das für alle Sender gleich ist.
  • Dieses Live-Übertragungsbild wird an ein Sendezentrum (Sendewagen) geschickt, von dem aus es wiederum an die jeweiligen Satelliten-, Kabel- oder IPTV-Anbieter auf der ganzen Welt weitergeleitet wird. Bis zu diesem Zeitpunkt ist die Verzögerung verschwindend gering.
  • Die Sender fügen dann den „Live-Bildern“ noch Senderlogo, eigene Einblendungen und die Tonspur des eigenen Kommentators hinzu und schicken das Signal erst im Anschluss daran an den Empfänger weiter.
  • Der Zuschauer mit Satellitenschüssel sieht das Tor dann etwa zwei Sekunden, nachdem es tatsächlich gefallen ist.
  • Beim Kabelanschluss sind die Verzögerungen ortsabhängig, da der Anbieter die Signale über Knotenpunkte ins Netz einspeist und dann erst an die heimischen TV-Geräte verteilt. Je nach Entfernung brauchen die Daten länger oder kürzer, um beim Empfangsgerät anzukommen. Darüber hinaus müssen die Daten auch immer wieder nachgeladen werden – es kommt zu Mini-Staus auf der Datenautobahn. Man spricht dann von „puffern“. Manchmal kommt noch hinzu, dass die Daten erst kodiert und dann wieder dechiffriert werden müssen.
  • Die Zeitverzögerung bei der Ausstrahlung über DVB-T entsteht ebenfalls durch die notwendige Zwischenspeicherung der Daten in einem Puffer.
  • Im Fall von IPTV ist eine spezielle Aufbereitung des Signals für die DSL-Übertragung notwendig, die Zeit kostet.

Receivermodell und TV-Gerät beeinflussen Verzögerungen

Dass selbst Zuschauer mit derselben Empfangsart die „Live-Übertragung“ der EM 2016 nicht synchron verfolgen können, liegt an der Bildaufbereitung in den Empfangsgeräten (Receiver) selbst.

Die Signale müssen vom Empfangsgerät verarbeitet und das Bild aufbereitet werden, was je nach Modell einen zeitlichen Unterschied von bis zu einer Sekunde ausmachen kann. So sind zwei unterschiedliche Receiver an derselben Schüssel schon nicht mehr synchron.

Ebenso können TV-Geräte für eine zusätzliche Zeitverzögerung sorgen, wenn Funktionen zur automatischen Verbesserung der Bildqualität aktiviert sind. Sie sollten darauf besser verzichten, da der Bildaufbau dadurch zusätzlich verlangsamt werden kann.

Wir wünschen viel Spaß bei der EM 2016 und falls Sie noch nicht auf Satellit umgestiegen sind, sollten Sie die EM Spiele unbedingt mit gut gedämpften Kopfhörern oder weitab von anderen Zuschauern verfolgen!

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