Wer hat das beste Frühstücksfernsehen im ganzen Land?

06.06.2016

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Mit Ende März 2016 startete nun auch der ORF sein neues Frühstücksfernsehen „Guten Morgen Österreich“ und macht damit PULS 4 und Servus TV Konkurrenz. Wir haben die drei Anbieter unter die Lupe genommen und einen Vergleich angestellt.

Neugiereffekt für ORF – Frühstücksfernsehen verblasst bereits

Betrachtet man die TV-Quoten 2015, so sahen 217.000 Österreicher zwischen 6.00 und 9.00 Uhr fern, wobei ORF 2 mit seinem Wetterpanorama zur morgendlichen Sendezeit im Schnitt auf 23.000 Zuseher und 11 Prozent Marktanteil kam. Damit lag der ORF in der Frühzone zuletzt deutlich hinter PULS 4 mit durchschnittlich 49.000 Zuschauern und 19,6 Prozent Marktanteil. Weit abgeschlagen davon lag „Servus am Morgen“ mit durchschnittlich 8.100 Zuschauern und einem Marktanteil von 3,5 Prozent.

Mit dem Start von „Guten Morgen Österreich“ am 29. März wurden die Karten im österreichischen Frühstücksfernsehen nun neu gemischt. Nach dem durchaus respektablen Start des ORF Früh-TV scheint der „Neugier“-Effekt jedoch mittlerweile immer mehr zu verpuffen.

Während zum Start (Di, 29.3.) um 6.05 Uhr noch 71.000 (33 Prozent Marktanteil) dabei waren, schauten nach zwei Wochen (12.4.) nur noch 34.000 (18 Prozent Marktanteil). Die letzte Sendung um 8.33 verlor im gleichen Zeitraum bereits 41.000 Zuschauer.

Neben inhaltlicher Kritik an mitunter allzu „plüschigen“ Themen entwickeln sich die Quoten des ORF Früh-TV somit tendenziell rückläufig, viele Zuseher haben mittlerweile auch wieder zu PULS 4 gewechselt.

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Café Puls

© PULS 4

Der Pionier des österreichischen Frühstücksfernsehens startete bereits im August 2005 und bleibt mit seinem Frühprogramm auch weiterhin klarer Marktführer: Café Puls liegt nach der kurzfristigen Neugier auf den Mitbewerb im Mai mit 22,9 Prozent bei den unter 50-Jährigen wieder deutlich auf Platz 1.

Programmschwerpunkte

Das Programmspektrum umfasst neben Politik und Chronik einen ausgewogenen Mix aus Lifestyle, Mode, Gesundheit, Sport, Kultur und Themen aus aller Welt. Verkehrsnachrichten, Koch- und Veranstaltungstipps ergänzen das Konzept. Nachrichten sowie Wettervorhersagen werden halbstündlich gebracht. Den starken Bundesländer-Bezug sichert sich „Café Puls“ durch facettenreiche Publikumsgäste, abwechselnd aus allen Bundesländern und zu verschiedensten Themen.

 Lastwagen und mobiles Studio sind für den Privatsender dabei allerdings kein Thema. „Das Konzept selbst, mit dem Truck durch ein Land zu fahren, gab es bei uns auch in den Anfängen von „Café Puls“. Dafür braucht man jedenfalls GIS-Gebühren, denn das ist teuer. Aus unserer Rechnung war das damals nicht möglich und ich glaube, das wäre es auch heute noch nicht. Geschätzt produzieren wir zu einem Fünftel der Kosten des ORF“, meint Kampel.

Sender: PULS 4, ProSieben Austria und SAT.1 Österreich.
Sendezeit: Montag bis Freitag

  • von 5.30 Uhr bis 10.00 Uhr bei PULS 4 und
  • von 6.00 bis 9.00 Uhr auf ProSieben Austria und SAT.1 Österreich.

Moderation: Das bewährte Haupt-Duo Bianca Schwarzjirg und Florian Danner moderiert drei Wochen im Monat, mit dabei Werner Sejka als News-Anchor und Verena Schneider als Wetter-Moderatorin. Die vierte Woche bestreiten Johanna Setzer und Andreas Seidl , unterstützt von Wetterfee Vanessa Kuzmich und News-Moderator Werner Sejka.

Fazit: „Café Puls“ besticht durch den jugendlich-modernen Charakter, hohe Interaktivität mit den Zuschauern und einer tollen Experten-Auswahl. Der regionale Bezug wird durch spannende Talks mit Studiogästen aus den Bundesländern hergestellt. Wer modernes, spritziges Frühstücksfernsehen mit einer interessanten Themenauswahl sehen möchte, ist bei „Café Puls“ goldrichtig. Der Pionier bleibt Pionier!

Guten Morgen Österreich

© ORF

Neu im Vergleich zu den anderen Sendern ist am ORF-Frühfernsehkonzept vor allem der regionale Zugang direkt vor Ort. Von Montag bis Freitag tourt das Moderatorenteam Eva Pölzl und Lukas Schweighofer jede Woche in ein anderes Bundesland und sendet jeden Tag von 6.00 bis 9.00 Uhr live aus einer anderen Gemeinde. In 8,5 Jahren will der ORF aus jeder österreichischen Gemeinde zumindest ein Mal gesendet haben – angeblich ein weltweit einzigartiges Projekt.

Dementsprechend einzigartig in Österreich dürfte auch das Budget für „Guten Morgen Österreich“ mit 12.000 Euro pro Stunde sein. Bei 600 Stunden Programm im Jahr macht das Netto-Kosten von etwa 7 Millionen Euro. Die Ausgaben sollen jedoch nicht ausschließlich über GIS-Gebühren finanziert werden, sondern teilweise durch Sponsoring wieder hereingespielt werden.

Programmschwerpunkte

Eva Pölzl und Lukas Schweighofer führen als Hauptmoderatoren gemeinsam mit Kollegen aus den jeweiligen Landesstudios durch die Sendung. Gestartet wird jede „Guten Morgen Österreich“- Sendung um 6.00 Uhr mit den Nachrichten. Danach folgen drei Stunden Live-Moderation mit Vorstellung der Schönheiten und Besonderheiten der Region, Service-Themen und Talks mit Studiogästen.

Die inhaltlichen Schwerpunkte wechseln jeden Tag, wobei der für das Frühstücksfernsehen typische Mix geboten wird:

  • Montag: Gesellschaft und Kultur
  • Dienstag: Gesundheit und Natur
  • Mittwoch: Film und Fernsehen
  • Donnerstag: Arbeit und Wirtschaft
  • Freitag: Freizeit und Sport

Zum „Guten Morgen Österreich”-Team gehören auch Experten, die via Zuspielungen Tipps und Tricks aus ihrem jeweiligen Fachgebiet verraten bzw. für Unterhaltung sorgen. So gibt etwa Armin Assinger in der Rubrik «Fit in den Tag» Fitnesstipps zum Nachmachen oder Karl Ploberger in der Rubrik „Aufgeblüht – Tipps für den grünen Daumen“ hilfreiche Pflanzentipps.

Sender: ORF 2

Dauer: Montag bis Freitag von 6.00 bis 9.00 Uhr

Moderation: Die Hauptmoderatoren Eva Pölzl und Lukas Schweighofer führen abwechselnd jeweils gemeinsam mit einem Moderator der ORF-Landesstudios durch den Morgen. Julia Zeidlhofer und Daniel Schrott bringen die täglichen Wetternews jeweils eine Viertelstunde nach 6, 7 und 8 Uhr, durch die Nachrichten zur vollen und halben Stunde begleiten Rosa Lyon und Gaby Konrad.

Fazit: Sympathische Moderatoren, die jedoch das inhaltlich wenig inspirierende Programm nicht wirklich aufwiegen können. Etwas weniger Werbung wäre ebenfalls angebracht, bedenkt man, dass ohnehin schon genug an GIS-Gebühren in das ORF Früh-TV fließen. Enttäuschend leider auch die Aufmachung, die etwas steif und bieder im Stile der 50er Jahre wirkt. Bleibt abzuwarten, ob an Themenauswahl und Aufmachung noch gefeilt wird, andernfalls brauchen sich „Cafe Puls“ und „Servus am Morgen“ wohl keine Sorgen machen.

Servus am Morgen

© Servus TV

Nachdem „Café Puls“ viele Jahre alleine im Segment des heimischen Frühstücksfernsehens agierte, kam 2013 „Servus am Morgen“ von Servus TV hinzu.

Programmschwerpunkte

Das Früh-Magazin führt mit aktuellen Nachrichten, Wetter-Infos, Talks und Service-Themen durch den Morgen. Hinzu kommen diverse Highlights, die an verschiedenen Wochentagen geboten werden:

  • Montag: Der Muntermacher gibt den morgendlichen Sport- und Vitaminkick.
  • Dienstag: Chefkoch Mike Süsser mit dem perfekten Mittagstipp
  • Mittwoch: „Im Netz mit Hannah“ informiert über die neuesten Trends im Internet und über die Handy-Apps, die man unbedingt haben muss.
  • Donnerstag: Zusätzlich zu den täglichen Starnews erzählt Society-Experte Johannes Stühlinger vom „Seitenblicke Magazin“, was sich in der Welt der Stars und Sternchen abspielt. Ebenfalls jeden Donnerstag hat Kino-Experte Gunther Baumann von filmclicks.at die Kinotipps der Woche parat.
  • Freitag: Chefkoch Mike Süsser mit dem perfekten Mittagstipp

Sender: Servus TV

Dauer: Montag bis Freitag von 6.00 bis 9.10 Uhr

Moderation: Drei Pärchen führen abwechselnd durch den Morgen (Julian Kumpusch, Gregor Farkasch, Barbara Fleißner, Florian Rudig, Andrea Schlager, Kathi Wörndl), unterstützt von Radio- und TV-Veteran Andreas Jäger (Wetter), Rafael Kotschy (Nachrichten) und Alexander Lechner (Nachrichten).

Fazit: Lockeres, sympathisches Frühstücksfernsehen mit dem Bemühen auch qualitativ hochwertigere Themen einzubringen.

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