Copycat Movies: Welcher ist besser?

02.05.2016

 

Bild: Gerard Butler und Jamie Foxx schütteln sich die Hände. Beide haben in Copycat Movies von einander mitgespielt.

Über die Kino-Leinwand flimmert ein Blockbuster und der Besucher stellt fest: „Diese Handlung kenne ich doch!“ Vermutlich liegt es daran, dass es sich um einen sogenannten Copycat Movie handelt, also einen Film, der Handlung und Geschichte eines anderen Films nachahmt oder gar kopiert. Der Begriff „Copycat“ stammt übrigens aus dem Englischen und bedeutet „Nachahmer“ bzw. „Trittbrettfahrer“.

Aber warum produzieren zwei Hollywood Studios überhaupt zwei Filme mit nahezu identischen Handlungen und bringen diese innerhalb weniger Monate von einander in die Kinos? Die Rivalität zwischen den Studios und der Ideenmangel in Hollywood spielen dabei wohl eine große Rolle. Oft wird dasselbe Film Skript bzw. Konzept mehreren Studios angeboten und dann geht es darum, welches Studio dieses besser realisiert oder den günstigeren Veröffentlichungstermin wählt. Ebenso kann es sich natürlich auch um reinen Zufall handeln, geredet wird darüber wenig bis gar nicht. Oft scheint jedenfalls die Meinung vorzuherrschen: Was einmal funktioniert, funktioniert auch ein zweites Mal.

Die Liste solcher Copycat Movies ist lang – wir haben für Sie die besten Imitate bzw. Kopien herausgesucht und gegenübergestellt.

Zwei Mal Action im Weißen Haus

In Roland Emmerichs Action-Thriller „White House Down“ aus dem Jahr 2013 spielt Channing Tatum einen Polizisten, der in „Stirb Langsam“-Manier praktisch im Alleingang den Kampf gegen Terroristen im Weißen Haus aufnimmt, um das Leben des US-Präsidenten (gespielt von Jamie Foxx) zu beschützen. Nur wenige Monate zuvor hatte in Antoine Fuquas „Olympus Has Fallen“ Gerard Butler als Secret-Service-Agent – wir ahnen es – ebenfalls heldenhaft gegen Terroristen im Weißen Haus gekämpft.

Welcher aber war besser? „Olympus Has Fallen“, der als erster der beiden Filme erschien, spielte im Verhältnis zu den Produktionskosten relativ viel Geld (rund 160 Millionen US-Dollar) ein, während sich „White House Down“ als finanzieller Flop herausstellte.

Wer ist die Schönste im ganzen Land?

Lediglich zwei Monate auseinander lagen 2012 die Schneewittchen-Verfilmung „Spieglein Spieglein“ mit Julia Roberts und Lily Collins sowie „Snow White and the Huntsman“ mit Charlize Theron und Kristen Stewart. Beide Filme ließen die Kassen der Studios klingeln und einen eindeutigen „Gewinner“ gibt es in diesem Fall nicht.

Darf es ein bisschen mehr sein?

Zu dem einen oder anderen Déjà-vu führte 2011 auch die Veröffentlichung von „Freunde mit gewissen Vorzügen“ mit Mila Kunis und Justin Timberlake. Erschienen war die Beziehungs-Komödie im Juli 2011, nur wenige Monate nach „Freundschaft Plus“ mit Natalie Portman und Ashton Kutcher. Nicht nur die Handlung, auch der finanzielle Erfolg fiel sehr ähnlich aus.

Magie liegt in der Luft

Im Jahr 2006 wurden kurz nacheinander gleich zwei Dramen über Magier veröffentlicht. Christopher Nolan’s „Prestige“ mit Hugh Jackman und Christian Bale handelt von der bitteren Rivalität zwischen zwei Zauberern,  im Mittelpunkt von „The Illusionist“ mit Edward Norton und Jessica Biel stehen dagegen eine verbotene Romanze und die daraus resultierenden politischen Intrigen. Beide Filme erzielten ein gutes Ergbnis – sowohl bei  Kinobesuchern als auch bei Kritikern. Vom finanziellen Erfolg schnitt „The Illusionist“ wegen seines geringeren Produktionsbudgets ein wenig besser ab.

1998: Das Jahr der Weltuntergänge

„Deep Impact“ startete in den USA im Mai 1998, „Armageddon“ folgte im Juli. Während „Deep Impact“ mit einem vergleichsweise wissenschaftlichen Zugang sowie einem früheren Kinostart punktete, fuhr „Armageddon“ mit einer hochkarätigen Besetzung, einem emotionalen Titelsong und besonders vielen Spezialeffekten auf.

Nach dem ersten eher schwachen Wochenende wurde bereits befürchtet, „Armageddon“ könnte ein Flop werden. Doch insgesamt spielte der Film rund 554 Millionen US-Dollar ein und wurde schließlich zum erfolgreichsten Film des Jahres.

Insekten im Doppelpack

Nicht nur im Action-Genre wird nachgeahmt und kopiert. 1998 duellierten sich die Studios Dreamworks und Pixar um den erfolgreichsten animierten Film. Während das Leben von Insekten im Kino normalerweise eher selten Stoff großer Filme ist, veröffentlichte Dreamworks im Oktober „Antz“ über die Abenteuer einer neurotischen Ameise, nur einen Monat später folgte Pixars „Das große Krabbeln“.

Das Brodeln der Vulkane

Filme über Naturkatastrophen sind immer ein heißer Tipp für Filmemacher! So war es keine Überraschung, dass 1997 zwei Studios Big-Budget-Filme über Vulkane herausbrachten. Zuerst erschien „Dante‘s Peak“ von Universal mit Pierce Brosnan und Linda Hamilton, der die Geschichte eines Vulkanausbruchs nahe einer idyllischen Kleinstadt im Staate Washington erzählt. Nur zwei Monate später erschien „Volcano“ von 20th Century Fox mit Anne Heche und Tommy Lee Jones, in dem ein unterirdischer Vulkan in Los Angeles nach einem Erdbeben ausbricht. Wirtschaftlich gesehen schnitt Dante‘s Peak mit einem Einspielergebnis von 178 $ Mio. etwas besser als Volcano (122 $ Mio.) ab.

Fazit

Copycat Movies sind nicht immer als Konkurrenz zueinander zu betrachten und es muss nicht zwangsläufig Gewinner und Verlierer geben. In vielen Fällen können beide von Erfolg gekrönt sein und vielleicht sogar vom Erfolg des jeweils anderen profitieren.

Noch mehr Copycat Filme finden sich unter anderem in der Internet Movie Database oder auf listology.com.

 

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