Popcorn-Kino im besten Sinn

01.03.2021
© Robert Sattler

In seinen neuen Film „Griechenland“ agiert Thomas Stipsits als Drehbuchautor und Hauptdarsteller in Personalunion. Auf halber Strecke – die Dreharbeiten in Wien sind abgeschlossen, die in Griechenland folgen im Frühling – spricht Stipsits über Sehnsuchtsorte, seine Vorstellungen von Komödie und die Option, Regie zu führen.

Interview von: Matthias Greuling

Wie ist es dazu gekommen, dass Sie für „Griechenland“ Drehbuch und Hauptrolle übernommen haben?

Thomas Stipsits: Es ist eine Riesenbehauptung, wenn ich sage „Ich schreibe ein Drehbuch“, aber diese Geschichte schlummerte lange in mir. Ich habe das Drehbuch dann mit Georg Weisskram, Harald Sicheritz und Eva Spreitzhofer erarbeitet.

Wieso gerade Griechenland?

Adele Neuhauser hat mir erzählt, dass ihr Vater, ein Grieche, gestorben ist. Sein letzter Wunsch: dass seine Kinder seine Asche in einer griechischen Meeresbucht verstreuen. Ich habe dieses Bild schön gefunden und bin dann auf die Geschichte des Österreichers Fritz Bläuel gestoßen, der mit einer Kommune in Griechenland gelebt hat. Als das Geld ausgegangen ist, sind alle nach Österreich zurück – bis auf Bläuel, der in einem Dorf die Menschen motiviert hat, biologisches Olivenöl zu pressen. Auch das Buch und der Film „Alexis Sorbas“ haben mich beeinflusst. Also die Idee, dass jemand ohne Vorurteil in die Fremde kommt, eine Katharsis erfährt und zu einem besseren Menschen wird.

Ist das in „Griechenland“ auch so?

Ja. Die Hauptfigur Johannes ist Juniorchef in einem bürgerlichen Mittelklasse-Hotel. Die Eltern sind konservative ÖVP-Wähler. Er wird von einer Ödipus-Mutter dominiert, die seiner Verlobten das Leben zur Hölle macht. Das klingt tragisch, aber Komödie beinhaltet immer auch Tragik. Johannes erfährt durch Zufall, dass sein Vater Grieche war, verstorben ist und sich gewünscht hat, dass sein Sohn nach Griechenland kommt, um seine Asche zu verstreuen. Er bricht nach Griechenland auf und erlebt dort viele Turbulenzen.

War es schwer, den Drehbuchautor am Set loszulassen und sich ganz aufs Schauspiel zu konzentrieren?

Ja, manchmal. Aber wir waren so ein tolles Team mit Kolleginnen und Kollegen wie Mona Seefried und Erwin Steinhauer, die sich ewig kennen und „alte Hasen“ sind, die das aus dem kleinen Finger spielen. Und mit meiner Frau kann ich so und so sehr gut, auch privat – zum Glück (lacht). Es ist kein Kabarettfilm, aber es werden ein paar Kabarettisten, wie Gerry Seidl, auftauchen.

Eine Zeit lang war der österreichische Kabarettfilm in einer Art Dornröschenschlaf. Tut sich wieder mehr?

Ich glaube schon. Es ist die Bereitschaft der Förderstellen da, Filme wie „Love Machine“, Popcorn-Kino im besten Sinne, zu machen. Filme, bei denen die Leute ins Kino gehen und glücklich herauskommen. Das ist ein Film, der nicht so viel Anspruch hat wie einer von Marie Kreutzer – aber er hat genauso seine Berechtigung, denn er holt die Leute für eineinhalb Stunden aus ihrem Alltag und nimmt sie mit auf eine Reise. Das ist gerade in Zeiten wie diesen wichtig.

Merken Sie schnell, ob eine Idee funktioniert?

Im Laufe der Zeit bin ich feinfühliger geworden und sehe Szenen rhythmischer. Man stellt sich wo anders hin oder nimmt nur ein Wort weg und oft hilft das schon. Natürlich kann man im Schnitt alles regeln aber, wenn du in eine schnelle Dialogszene reinkommst, finde ich schwierig, wenn die Stichworte zu spät gegeben werden und der Rhythmus der Szene nicht mehr stimmt.

Sie werden heuer auch „Love Machine 2“ drehen. Wie wird es mit Georgy weitergehen?

Er ist gerade in einem thailändischen Kloster, als er erfährt, dass er Vater geworden ist. Er kommt zurück nach Österreich, wo seine Schwester den Betrieb ausgebaut hat – und ihn um Hilfe bittet.

Wie blicken Sie derzeit in die Zukunft der Filmbranche?

Ich trau’ mich keine Prognose mehr abgeben. Im April hätte ich gesagt, dass wir im Herbst ganz normal spielen. Jetzt heißt es, dass es im Frühjahr wieder normal wird. Ich glaube fast, dass es erst im Herbst 2021 wieder normal ist.

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