Oscars 2018: Gewinner, Stars und starke Sager

05.03.2018
Oscars 2018 Gewinner, Stars und starke Sager

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„Lasst den Twitter-Sturm von der Toilette des Präsidenten beginnen“, rief Moderator Jimmy Kimmel zur Eröffnung der 90. Oscar-Verleihung im Dolby Theatre aus und leitete damit den heißesten Abend der Award-Season ein. Wir stellen euch die Highlights der Verleihung, die besten Statements und natürlich die Gewinner der Big Five-Kategorien vor. Eine Liste aller 24 Preisträger findet ihr am Ende des Artikels.

Ausgeteilt hat Jimmy Kimmel im Laufe des Abends natürlich nicht nur in Richtung Donald Trump, Vizepräsident Mike Pence und Harvey Weinstein. Gleich zu Beginn bekam die letzte Oscar-Verleihung ihr Fett ab. „Wenn ihr dieses Jahr eure Namen hört, springt nicht gleich auf, gebt uns eine Minute, wir wollen sowas nicht noch einmal“, scherzte der Moderator in Anspielung auf die vertauschten Oscar-Kärtchen im letzten Jahr. Mit dem Versprechen, die kürzeste Rede des Abends mit einem Jet-Ski zu belohnen, läutete Kimmel dann den offiziellen Teil des Abends ein. Hier die Highlights:

BESTER FILM – The Shape of Water

Was passiert, wenn eine stumme Putzfrau auf einen Froschmenschen trifft? Wenn man das Märchen richtig gut erzählt, winkt ein Oscar. Und so punktete das Fantasy Drama von Regisseur Guillermo del Toro in der Königsdisziplin. Nach 13 Nominierungen konnte The Shape of Water insgesamt vier Academy Awards einstreichen: Bester Film, Beste Regie, Bestes Szenenbild und Beste Filmmusik. Del Toro betonte, dass Fantasy ein Werkzeug sein könne, um die Probleme dieser Welt zu thematisieren: „ Dies ist eine Tür“, sagt er „tritt sie auf und komm herein!“

BESTER HAUPTDARSTELLER – Gary Oldman / Die dunkelste Stunde

Kaum wiederzuerkennen ist Gary Oldman in seiner Rolle als Winston Churchill. Mit hängender Lippe, zitternden Wangen und präziser Nachahmung von Churchills Stimme holte der Schauspieler die Trophäe für den besten Hauptdarsteller. Den Tränen nahe richtete er sich an seine bald 99-jährige Mutter mit den Worten: „Setz den Wasserkocher auf, ich bringe den Oscar heim.“ Wer übrigens Churchill in einer jazzigen Tanzeinlage bewundern möchte, sollte sich unbedingt dieses Video anschauen.

BESTE HAUPTDARSTELLERIN – Frances McDormand / Three Billboards

Mürrisch und entschlossen kämpft Frances McDormand als Mildred Hayes im Rache-Drama Three Billboards Outside of Ebbing, Missouri um die Aufklärung der Ermordung ihrer Tochter – auch mal mit Molotow-Cocktails, wenn es sein muss. Bei der Oscar-Verleihung erhob McDormand ihre Stimme für Frauen und Minderheiten: „Falls ich umkippen sollte, hebt mich auf, denn ich hab ein paar Sachen zu sagen“, stellte sie gleich zu Beginn fest. Dann bat sie alle weiblichen Gäste, aufzustehen. Frauen in allen Bereichen der Gesellschaft sichtbar zu machen – dazu forderte Mc Dormand in ihrer starken, politisch engagierten Rede alle Beteiligten auf.

BESTE REGIE – Guillermo del Toro / Das Flüstern des Wassers

Gleich zwei Oscars konnte Guillermo del Toro an diesem Abend mit nach Hause nehmen: Bester Film und Beste Regie. Zuletzt nominiert hatte ihn die Academy 2007 für sein düsteres Fantasy-Werk Pans Labyrinth. „Steven Spielberg hat vor ein paar Wochen gesagt, wenn du dich dort auf dem Podium befindest (…) dann sei stolz darauf! Und ich bin sehr sehr stolz!“, beteuert del Toro in seiner Rede. 2014 und 2016 räumten seine mexikanischen Filmemacher-Kollegen Alfonso Cuarón (Gravity) und Alejandro G. Iñárritu (Birdman, The Revenant) bei den Oscars ab, dieser Abend gehört ganz del Toro.

BESTER ORIGINALDREHBUCH – Jordan Peele / Get Out

Mit einer Mischung aus Horror und Komödie überzeugte Jordan Peele die Academy. „Stoppt, ihr versaut mir meinen Jetski“, ruft Peele, als das Publikum vor seiner Rede nicht aufhört zu klatschen. Dann richtet er seinen Dank an all jene, die seinen Film möglich gemacht haben. Darunter seiner Mutter „die mir beigebracht hat zu lieben, im Angesicht des Hasses.“ Als Ermutigung für seine Autoren-Kollegen setzt er hinzu, dass er das Drehbuch über zwanzig Mal in die Ecke geschmissen und wieder neu zu schreiben begonnen habe.

BESTE NEBENDARSTELLERIN – Allison Janney / I, Tonya

„Das habe ich alles selbst erreicht“, witzelte Allison Janney erfrischend frech mit Blick auf die teils elendslangen Danksagungen ihrer Kollegen. Das Publikum hatte sie damit auf ihrer Seite. Dann bedankte auch sie sich natürlich ausführlich bei allen Mitwirkenden und sogar bei dem quäkenden Vogel, der ihr im Film ins Ohr beißt. Den Oscar nahm sie an diesem Abend für ihre Performance als kettenrauchende, alkoholkranke und tyrannische Mutter der US-Eiskunstläuferin Tonya Harding aus der Filmbiografie I, Tonya mit nach Hause.

BESTER NEBENDARSTELLER – Sam Rockwell / Three Billboards

Unberechenbar, infantil, rassistisch. So verkörpert Sam Rockwell den Polizisten Jason Dixon im Film Three Billboards outside Ebbing, Missouri – und hinterließ damit nachhaltigen Eindruck in dem politisch brisanten Streifen. Seine Rede zum Oscar-Sieg hielt Rockwell kurz: Mit den Worten „Ich danke jedem, der jemals eine Plakatwand (engl.: Billboard) angeschaut hat“ und einer Auflistung aller geliebten und bewunderten Personen, übernahm er seinen ersten Oscar.

Der stärkste Sager des Abends

Insgesamt recht sanft im Ton und ohne derbere Witze führte Jimmy Kimmel durch den Abend. Sympathische Überraschungen wie einen kurzen Abstecher in ein benachbartes Kino sorgten für Unterhaltung, nicht nur im Saal, sondern vor allem bei den dortigen Besuchern. Denn mit Kimmel tauchten „Luke Skywalker“ Mark Hamill und Armie Hammer mit einem Haufen Snacks im Gepäck bei den Kinogängern auf.

Kimmels stärkster Sager an diesem Abend bezog sich natürlich auf die MeToo-Bewegung: „Oscar ist der beliebteste und am meisten respektierte Mann in Hollywood und dafür gibt es einen guten Grund: Er hält seine Hände so, dass man sie sehen kann, sagt nie unhöfliche Dinge – und vor allem hat er keinen Penis.“

Eine Liste aller 24 Oscar-Gewinner findet ihr hier:

 
BESTER FILM (Best Picture):

The Shape of Water

 

BESTE HAUPTDARSTELLERIN (Actress in a Leading Roll):

Frances McDormand

 

BESTE NEBENDARSTELLERIN (Actress in a Supporting Roll):

Allison Janney

 

BESTER HAUPTDARSTELLER (Actor in a Leading Roll):

Gary Oldman

 

BESTER NEBENDARSTELLER (Actor in a Supporting Roll):

Sam Rockwell

 

BESTE REGIE (Directing):

Guillermo del Toro

 

BESTER ANIMATIONSFILM (Animated Feature Film):

Coco

 

BESTE KAMERA (Cinematography):

Roger Deakins

 

BESTER FREMDSPRACHIGER FILM (Foreign Language Film):

A Fantastic Women

 

BESTES KOSTÜMDESIGN (Costume Design):

Phantom Thread

 

BESTER DOKUMENTARFILM (Documentary Feature):

Icaraus

 

BESTER DOKUMENTAR-KURZFILM (Documentary Short subjekt):

Heaven is a traffic jam on the 405

 

BESTER SCHNITT (Film Editing):

Dunkirk

 

BESTES MAKE-UP/BESTE FRISUREN (Makeup and Hairstyling):

Darkest Hour

 

BESTE FILMMUSIK (Original Score):

The Shape of Water

 

BESTER SONG (Original Song):

Coco

 

BESTES SZENENBILD (Production Design):

The Shape of Water

 

BESTER ANIMIERTER KURZFILM (Animated Short Film):

Dear Basketball

 

BESTER KURZFILM (Live Action Short Film):

The Silent Child

 

BESTER TONSCHNITT (Sound Editing):

Dunkirk

 

BESTER TON (Sound Mixing):

Dunkirk

 

BESTE VISUELLE EFFEKTE (Visual Effects):

Blade Runner 2049

 

BESTES ADAPTIERTES DREHBUCH (Adapted Screenplay):

Call me by Your Name

 

BESTES ORIGINALDREHBUCH (Original Screenplay):

Jordan Peele

 

 

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