Zwei leidenschaftliche Geschichtenerzähler werden 50

03.08.2020

Sie gehören zu den größten zeitgenössischen Filmregisseuren des US-Blockbusterkinos: Christopher Nolan und M. Night Shyamalan werden dieser Tage 50.

The Dark Knight Rises
© TM & © DC Comics. © 2012 Warner Bros. Ent. Inc. All rights reserved.

Der eine hat den besten Film vielleicht noch vor sich, darf ihn aber nicht zeigen. Der andere hat seit seinem frühen Superhit „The Sixth Sense“ eine immer noch treue Fangemeinde, auch, wenn sein letzter Kassenerfolg schon länger zurückliegt. Für Christopher Nolan, der am 30. Juli 1970 in London zur Welt kam, bremst die derzeitige Corona-Pandemie die inzwischen umfangreiche Karriere. Der Starttermin seines neuen Films „Tenet“ mit John David Washington und Robert Pattinson wurde mehrmals verschoben, weil die Kinos in Europa und den USA nicht geöffnet waren; auch der letzte Termin im August hielt nicht – inzwischen wurde „Tenet“ auf unbestimmte Zeit verschoben.

Dabei hätte „Tenet“ DER Blockbuster im laufenden, coronabedingt katastrophalen Kinojahr werden sollen – wie schon in den Jahren zuvor die ganze Breite der Produktionen, die Nolan zu einem Superstar des Mainstream gemacht hatten: Darunter finden sich Titel wie „Memento“, die „Batman“-Trilogie, „Inception“, „Interstellar“ oder zuletzt „Dunkirk“. Fünf Oscarnominierungen gehen bislang auf sein Konto. Nolans Filme sind geprägt von einer nicht unbedingt linearen Erzählweise, die Geschichten sind fantastisch, außergewöhnlich, wie ein realisierter Bubentraum. Kein Wunder eigentlich, hatte Nolan doch schon im zarten Alter von sieben Jahren erste Kurzfilme mit alten Super8-Kameras gedreht.

Ein Experte für Mystery-Thriller

The Visit - Regisseur
© 2015 Universal Studios. All Rights Reserved.

Ähnlich groß ist die Leidenschaft von M. Night Shyamalan für das Kino: Er kam am 6. August 1970 in Indien zur Welt, und legte mit „The Sixth Sense“ (1999) einen sensationellen Erfolg hin, der ihn über Nacht zum Regie-Star machte und ihm 2000 zwei Oscar-Nominierungen brachte. Auch Shyamalan begann als Kind mit dem Filmen. Mit acht betätigte er erstmals seine Super8-Kamera und war der Faszination sofort erlegen. Nach „The Sixth Sense“ folgten weitere Mystery-Thriller, etwa „Unbreakable“, „Signs“, „The Village“ oder „The Happening“, die aber – im Gegensatz zu Nolans späteren Arbeiten – nie mehr an den Erfolg von „The Sixth Sense“ anschließen konnten.

Split
© 2017 UNIVERSAL STUDIOS. All Rights Reserved.

Ein Umstand, unter dem Shyamalan leidet, der ihn aber auch anspornt, es immer wieder zu versuchen. Für „Labor of Love“, der 2021 gedreht werden soll, greift Shyamalan nun zurück auf ein frühes Drehbuch von 1992, das bereits 1993 mit Harrison Ford verfilmt hätte werden sollen. Man darf gespannt sein, ob der Mysterythriller den Esprit des jugendlichen Regisseurs zu voller Entfaltung bringen kann.

Das Einzigartige an den Filmen der Geburtstagskinder

Beide Regisseure haben sich über die Jahre echte Trademarks erarbeitet: Während bei Shyamalan die Enden meist eine riesengroße Wendung und Überraschung bieten, übt sich Nolan gern in Understatement und entlässt seine zentrale Figur mit einem langen Monolog aus dem Film. Shyamalans Figuren sind oft gewöhnliche Menschen, die in außergewöhnliche Situationen geraten. Etwas, das er sich bei seinem Idol Alfred Hitchcock abgeschaut hat. Genau wie Hitch taucht auch Shyamalan in jedem seiner Filme in einem kleinen Cameo-Auftritt auf. Bei Nolans Figuren geht es nicht selten um Rache, und viele der Schauspieler, die er castet, besetzt er gegen den Typ, bricht also auf diese Weise mit der Erwartungshaltung der Zuschauer. All das sind Einzigartigkeiten, die die Karriere dieser beiden Ausnahmeregisseure so außergewöhnlich machen.

„Suspense ist eine visuelle Sprache“, ist Nolan überzeugt. Über seine Arbeit sagt er: „Ich mache das nicht für Geld oder Ruhm, sondern einzig und allein fürs Geschichtenerzählen. Die Story muss mich faszinieren, und ich bin ein Verfechter der Tatsache, dass Filme keine linearen Erfahrungen sind, sondern komplexe Erzählungen, über die man auch im Nachhinein noch lange nachdenken kann“.

Inception
© 2010 Warner Bros. Entertainment Inc. and Legendary Pictures. All rights reserved.

In dieselbe Kerbe stößt auch M. Night Shyamalan: „Ich bin schon mit groß budgetierten Filmen auf die Schnauze gefallen, weil sie nicht 100 Prozent ich waren. Das ist mir wichtig: Meine Vision zu erzählen“. Dass nicht alle seine Filme strahlende erfolge wurden, erklärt sich der Regisseur selbstbewusst so: „Meine Filme werden am Tag ihrer Erscheinung noch nicht so geschätzt wie sie sollten. Ich muss eben ein wenig länger warten“. Wenngleich er zugibt: „26 Besuchern gefällt der Film, dem 27. nicht. Und man muss immer nur an diesen 27. Besucher denken“.

Nolan und Shyamalan, zwei Künstler werden ein halbes Jahrhundert alt. Wir hoffen auf viele weitere fantastische Filme dieser beiden leidenschaftlicher Geschichtenerzähler.

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