Stanley Kubrick: Der Großmeister des Kinos

10.09.2018
2001: Odyssee im Weltraum

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Stanley Kubrick gehört zweifellos zu den großen Regisseuren der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Der perfektionistische Regisseur gewann zwar nie einen Oscar und blieb immer abseits des Hollywoodsystems, gilt aber weithin als Genie und Regie-Titan. Wir geben dir einen Überblick über sein Werk und stellen dir einige seiner besten Filme vor.

Die Persönlichkeit Stanley Kubrick

Stanley Kubrick hat sich mit nur 13 Spielfilmen in 46 Jahren einen unvergleichlichen Ruf erarbeitet. Keiner dieser Filme kann als belanglos oder gar schwach bezeichnet werden – symbolischer Tiefgang, technische Raffinesse und Perfektion sind das Markenzeichen seiner Meisterwerke. Bezeichnend dafür ist die Bemerkung von „Shining“-Star Jack Nicholson über den Regisseur in der persönlichen Dokumentation „Stanley Kubrick: A Life In Pictures“: „Praktisch jeder wusste, dass er einfach der Beste ist – und ich finde, das ist noch eine Untertreibung.“

Kubrick war dafür berüchtigt, jede Szene so oft wiederholen zu lassen, bis sie in seinen Augen perfekt war. Als eines der bekanntesten Beispiele gilt eine Szene aus seinem Film Shining, in der Shelley Duvall einen Stapel von über dreihundert Blatt Papier findet, auf denen immer wieder derselbe Satz steht. Da sich Kubrick weigerte Kopien zu verwenden, waren mehrere Schreiber damit beschäftigt, jede Seite im Original zu tippen. Sein Drang, alles perfekt zu gestalten war für viele am Set zwar oft eine große Belastung, dennoch arbeitete man gerne mit ihm zusammen.

Kubricks Motto liefert vielleicht eine Erklärung für seinen Hang zur Perfektion: „Es ist nicht wichtig, ob man Erfolg hat. Aber man muss Misserfolge vermeiden, denn sie führen dazu, dass man in Zukunft möglicherweise keine Chance mehr bekommt, etwas zu erreichen.“

Die Filmografie

Stanley Kubrick drehte Filme in allen klassischen Genres. Seinen ersten Spielfilm Fear and Desire brachte er 1953 heraus. Dem Kriegsdrama folgte zwei Jahre später der Krimi Der Tiger von New York, mit dem er erstmals die Aufmerksamkeit Hollywoods auf sich ziehen konnte. Filmkennern wurde er mit dem klassischen Film noir Die Rechnung ging nicht auf (The Killing) ein Begriff, bevor ihm mit Wege zum Ruhm (mit Kirk Douglas in der Hauptrolle) der endgültige Durchbruch gelang.

Mit Filmen wie 2001: Odyssey im Weltraum, Uhrwerk Orange, Full Metal Jacket oder Shining konnte er auch in späteren Jahren Filmgeschichte schreiben. 1999 starb Kubrick kurz nach der Fertigstellung seines letzten Films Eyes Wide Shut im Alter von 70 Jahren. Hier nochmal ein Überblick über sein gesamtes Werk:

1951: Day of the Fight (Dokumentarkurzfilm)
1951: Flying Padre(Dokumentarkurzfilm)
1953: The Seafarers (Dokumentarkurzfilm)
1953: Fear and Desire
1955: Der Tiger von New York (Killer’s Kiss)
1956: Die Rechnung ging nicht auf (The Killing)
1957: Wege zum Ruhm (Paths of Glory)
1960: Spartacus
1962: Lolita
1964: Dr. Seltsam, oder wie ich lernte, die Bombe zu lieben (Dr. Strangelove or: How I Learned to Stop Worrying and Love the Bomb)
1968: 2001: Odyssee im Weltraum (2001: A Space Odyssey)
1971: Uhrwerk Orange (A Clockwork Orange)
1975: Barry Lyndon
1980: Shining (The Shining)
1987: Full Metal Jacket
1999: Eyes Wide Shut

Tipp für Kubrick Fans: Bis 23. September 2018 ist im Deutschen Filmmuseum in Frankfurt noch die Ausstellung „Kubricks 2001: 50 Jahre A Space Odyssey“ zu sehen.

Unsere TOP 3 Stanley Kubrick Filme

Diese drei Filme solltest du dir auf keinen Fall entgehen lassen:

Dr. Seltsam oder Wie ich lernte, die Bombe zu lieben (1964)

Der Roman „Red Alert“ von Peter George lieferte die Grundlage für Kubricks einzige Komödie, die bei Erscheinen Kritiker und Publikum gleichermaßen spaltete. Ursprünglich als Thriller geplant, wandelte sich die Geschichte immer mehr zur durchgeknallten Farce, als Kubrick am Drehbuch arbeitete. In der Hochphase des Kalten Krieges schickt der paranoide US-General Jack D. Ripper (Sterling Hayden) im Alleingang Atombomber Richtung Moskau. Präsident Muffley (Peter Sellers in einer von drei Rollen) greift zum roten Telefon, um zu retten, was noch zu retten ist.

2001: Odyssee im Weltraum (1968)

Ein Jahr vor der Mondlandung brachte Kubrick seinen wohl legendärsten Film in die Kinos. Kubrick lässt den Sci-Fi Film in grauer Vorzeit beginnen und spannt einen erzählerischen Bogen über vier Millionen Jahre bis in die Gegenwart: Im Jahr 2001 bricht das Raumschiff Discovery zum Jupiter auf, nachdem Wissenschaftler auf dem Mond einen Monolithen entdeckt haben, der Signale in Richtung Jupiter sendet. Als die Astronauten Bowman und Poole den Bordcomputer HAL 9000 wegen eines Defekts abschalten wollen, schlägt dieser zurück – denn er kennt als einziges Besatzungsmitglied den wahren Zweck der Mission: Die Begegnung mit einer fremden, überlegenen Intelligenz.

Uhrwerk Orange (1971)

Der Film, der die Toten Hosen zu ihrem Hit „Hier kommt Alex“ inspirierte, basiert auf dem gleichnamigen Kultroman von Anthony Burgess. Der Autor lobte die filmische Umsetzung als „brillant“, Kubrick brachten die brutalen Gewaltszenen allerdings harte Kritik ein. Erzählt wird die Lebensgeschichte von Alexander DeLarge (Malcolm McDowell), der mordend und vergewaltigend mit seinen Freunden durch das London der nahen Zukunft zieht. Wie in vielen seiner Werke zeigt Kubrick auch hier den Menschen in seiner Doppeldeutigkeit. Einerseits mechanisch wie ein Uhrwerk, andererseits süß wie eine Orange. Der Film wurde zu einem der größten kommerziellen Erfolge Kubricks, nach Protesten zog er ihn jedoch selbst in Großbritannien zurück.

 

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